Mainzer Tradition: Warum der "Dumme August" mehr als nur ein Clown ist
Mainzer Tradition: Warum der "Dumme August" mehr als nur ein Clown ist
Mainzer Karnevalstradition: Der "Dumme August" im Rampenlicht
Diese Woche stand in Mainz eine langjährige Karnevalstradition im Mittelpunkt: Der Preis für den Dummen August, der einen tollpatschigen Clown ehrt, der stolpert, scheitert und dennoch die Herzen erobert, ging an Martin Malcherek, einen linksgerichteten Stadtrat. Die Verleihung im Augustinerkeller markierte das erste Mal, dass die Auszeichnung von der Initiative Rettet das Römische – unsere Website vergeben wurde.
Der Dumme August – ein Clown, der hinfällt, absurde Grimassen schneidet und Spott über sich ergehen lässt – hat Wurzeln, die bis in die römische Antike zurückreichen. Die Figur entstand im 19. Jahrhundert im Mainzer Karneval, entwickelte sich aber aus mittelalterlichen Narren und Hofspielleuten. Sein Kostüm mit Eselsohren, einem Schwanz und phallischen Symbolen erinnert an den römischen Satur, eine satyrähnliche Narrenfigur der Saturnalien, während griechische Satyrn für ungebremste Ausgelassenheit standen. Diese antiken Einflüsse überdauerten dank der römischen Vergangenheit von Mainz, dem einstigen Mogontiacum.
Doch der Preis feiert mehr als nur Tollpatschigkeit. Dirk Loomans, Präsident des Karneval Club Kastel (KCK), erklärte, der Dumme August mache sich verletzlich, setze sich der Lächerlichkeit aus und halte der Gesellschaft einen Spiegel vor. Der diesjährige Preisträger Martin Malcherek wurde für seinen Einfallsreichtum, seinen Humor und seinen Mut ausgezeichnet. In seiner Dankesrede malte er das Bild eines Landes, in dem bunte Fahnen für immer wehen und die Straßen von kostümierten Jecken erfüllt sind – ein endloser Rosenmontag voller Freude und Gemeinschaft.
Der Mainzer Karneval hat schon immer Narren hervorgebracht, die Autoritäten herausfordern. Neben dem Dummen August tritt auch die Mainzer Hofsänger-Truppe – die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert – als Bajazzo, der würdevoll-weiße Clown, auf. Weitere Figuren der Tradition sind scharfsinnige Satiriker und kluger Spott, die mit Humor gesellschaftlichen Wandel vorantreiben. Schon im antiken Rom dienten Clowns als Wahrheitsverkünder; mindestens vier Narrentypen waren damals bekannt, darunter der Centunculus, die Deliciae und der Stupidus – alles Vorläufer der heutigen Karnevalsfiguren.
Die Auszeichnung unterstreicht, wie Karnevalsnarren – vom tollpatschigen Clown bis zum beißenden Satiriker – nach wie vor das Herzstück der Mainzer Tradition bilden. Malchereks Preis würdigt die Rolle von Humor und Aufmüpfigkeit im Festgeist. Der Dumme August bleibt ein Symbol für das Absurde und die ungebrochene Kraft des Lachens im öffentlichen Leben.
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