Hochschule für Gesellschaftsgestaltung kämpft um ihr Überleben nach Rücktritt der Gründerin
Bernd-Dieter RingHochschule für Gesellschaftsgestaltung kämpft um ihr Überleben nach Rücktritt der Gründerin
Die Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz (HfGG), eine private Hochschule mit Fokus auf gesellschaftlichen Wandel, steckt in einer finanziellen Krise – just in dem Moment, in dem ihre Gründungspräsidentin das Amt verlässt. Prof. Dr. Silja Graupe, die die Einrichtung seit 2014 leitet, wird Anfang 2026 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zurücktreten. Gleichzeitig muss die Hochschule bis zum 22. März zwischen 400.000 und 800.000 Euro aufbringen, um ihren Fortbestand zu sichern.
Die HfGG wurde 2014 als staatlich anerkannte Privatuniversität gegründet und widmet sich der Bildung für nachhaltige, demokratische und solidarische Zukunftsgestaltung. Unter Graupes Führung baute sie von Grund auf akademische Strukturen, Partnerschaften und Netzwerke auf. Doch nun gefährdet eine finanzielle Lücke die Stabilität der Hochschule in einer entscheidenden Übergangsphase.
Die Krise kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Graupe ihren vorzeitigen Rücktritt zum Beginn des Sommersemesters vorbereitet. Ihr Ausscheiden folgt auf Jahre, in denen sie im Rahmen ihres Modells der "unternehmerischen Verantwortung" 80 Prozent des Haushalts der Hochschule deckte. Bevor sie geht, treibt sie noch eine letzte Spendenaktion voran, um die Institution zu retten.
Eine Crowdfunding-Kampagne unter dem Motto "Gemeinsam die Brücke zur nächsten Gesellschaft bauen" soll bis zum 22. März die benötigten Mittel einwerben. Die Initiative bietet 500 symbolische "Brückensteine" zu je 800 Euro an, akzeptiert aber Spenden in jeder Höhe. Sollte das Ziel nicht erreicht werden, verspricht die Hochschule, alle Beiträge ab 50 Euro zurückzuerstatten.
Der Senat hat bereits eine Findungskommission eingesetzt, um eine Nachfolge für Graupe zu finden. Als führender Kandidat gilt Prof. Dr. Lars Hochmann, bekannt für seine Arbeit in inter- und transdisziplinärer Ökonomie. Auch nach ihrem Rücktritt als Präsidentin bleibt Graupe der Hochschule als Professorin erhalten und wird ihre Lehr- und Forschungstätigkeit fortsetzen.
Die eingeworbenen Mittel sollen die HfGG in ihrer aktuellen Transformationsphase stabilisieren und die langfristige Entwicklung unterstützen. Graupes Abschied markiert das Ende einer Ära, während das Überleben der Hochschule nun von öffentlicher Unterstützung abhängt. Der Ausgang der Crowdfunding-Kampagne wird entscheiden, ob die Einrichtung ihre Mission über den März hinaus fortsetzen kann.






