Bayerns Städte tauschen Ampelmännchen gegen Pumuckl und Knödelwerfer
Antonio KlotzWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerns Städte tauschen Ampelmännchen gegen Pumuckl und Knödelwerfer
In bayrischen Städten werden klassische Fußgängerampeln zunehmend durch lokale Kultursymbole ersetzt. Von Münchens schelmischem Pumuckl bis zum Feldhasen Albrecht Dürers in Nürnberg setzen mittlerweile mindestens acht Kommunen auf individuelle Designs. Der Trend sorgt für Diskussionen: Während das bayerische Innenministerium Vorbehalte äußert, überlassen die Behörden die endgültige Entscheidung den regionalen Verantwortlichen.
Den Anfang machte Augsburg im Jahr 2017 mit einer Ampel in Form des Kasperl, der traditionellen Handpuppenfigur der Stadt. Die Umsetzung erforderte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. München zog mit drei Pumuckl-Ampeln nach, Straubing führte den lokalen Volkshelden Bruder Straubinger ein.
Dachau stattete seine Fußgängerampeln im Dezember 2025 mit Figuren in Tracht, der regionalen Volkstracht, aus. Aufgrund positiver Resonanz plant die Stadt eine Erweiterung des Projekts – jede neue Gestaltung kostet rund 300 Euro für Schablonen und Grafikarbeiten. Bayreuth griff Mitte 2025 auf Motive aus den Opern Richard Wagners zurück.
Hofs Antrag, den berühmten Würstchenverkäufer Wärschtlamo abzubilden, wurde zunächst abgelehnt, später aber doch genehmigt. Die örtliche SPD-Fraktion übernahm die Kosten von 3.000 Euro; die Ampel soll 2026 in Betrieb gehen. Coburg ersetzte seine Signale vorübergehend für mehrere Monate durch Wurst-Ampeln, während in Deggendorf eine Frau zu sehen ist, die Knödel wirft.
Nürnberg ging einen eigenen Weg und installierte Dürers Feldhasen ohne landesweite Abstimmung. Die Stadt betont, sie trage die volle Verantwortung für Betrieb und mögliche Vorfälle.
Das bayerische Innenministerium hat die individuellen Ampeln zwar nicht verboten, pocht jedoch auf die Einhaltung regionaler Aufsichtsrichtlinien. Da weitere Städte ähnliche Projekte planen, entwickeln sich die Designs zunehmend zu sichtbaren Identitätssymbolen – eine Mischung aus kulturellem Stolz und verwaltungstechnischer Flexibilität.






