Wiener Festwochen 2024: Glanzlichter, Eklats und ein umstrittenes Jubiläum
Bernd-Dieter RingWiener Festwochen 2024: Glanzlichter, Eklats und ein umstrittenes Jubiläum
Die Wiener Festwochen enden mit Glanzlichtern und Eklats
Die Wiener Festwochen sind mit einer Mischung aus herausragenden Aufführungen und bemerkenswerten Kontroversen zu Ende gegangen. Unter der Leitung von Milo Rau feierte das Festival sein 75-jähriges Jubiläum mit kühnen Ansprüchen und schwankenden Besucherzahlen. Während einige Produktionen das Publikum enttäuschten, ernteten andere breite Anerkennung.
Milo Rau sorgte für Schlagzeilen, indem er seine Inszenierung Republik der Götter zum „größten Theaterstück aller Zeiten“ erklärte. Die Produktion war fünf Wochen lang Teil des Festivals. Zudem vermeldete er mit 196.000 Besuchern einen Rekord – fast zwei Drittel davon kamen zur Eröffnungsveranstaltung auf dem Heldenplatz. Allerdings sank die Gesamtauslastung des Festivals unter seiner Leitung von 96 auf 91 Prozent.
Raus Amtszeit löste auch gesellschaftspolitische Debatten aus, insbesondere wegen seiner Auseinandersetzung mit den selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco. Zu den Höhepunkten zählte Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben. Auch Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel zählten zu den prägendsten Momenten.
Nicht alle Produktionen konnten überzeugen: Susanne Kennedys Parsifal und Nestervals Adaption des Nibelungen-Epos enttäuschten das Publikum. Dagegen fanden Thorsten Lensings Tanzende Idioten und Brigitta Muntendorfs Der Tag davor großen Anklang. Die interaktive Performance Turn der Gob Squad bereicherte das partizipative Angebot des Festivals.
Das Programm zeigte sich vielfältig – mit Erfolgen und Fehlschlägen. Zwar verzeichneten einzelne Veranstaltungen Besucherrekorde, doch die Gesamtauslastung ging leicht zurück. Raus visionärer Ansatz prägte die künstlerische und öffentliche Debatte des Festivals nachhaltig.






