Warum der 14. Dezember dem magischen Zauber der Schneekugeln gehört
Antonio KlotzWarum der 14. Dezember dem magischen Zauber der Schneekugeln gehört
Jährlich am 14. Dezember begehen die Deutschen den Tag des Schneekugelns – ein Fest zu Ehren der verspielt-nostalgischen Dekoobjekte. Das Datum wurde 2020 von Sven Giese festgelegt, dem Gründer des "Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt". Zwar verbirgt sich keine tiefere Bedeutung hinter diesem Anlass, doch rückt er ein beliebtes Sammlerstück mit überraschend langer Geschichte in den Fokus.
Eine Schneekugel besteht aus einer versiegelten, durchsichtigen Kugel, die mit Wasser und winzigen Figuren oder Szenen gefüllt ist. Wird sie geschüttelt, wirbeln die Partikel auf und imitieren fallenden Schnee. Meist wird Leitungswasser verwendet, doch destilliertes oder deionisiertes Wasser beugt Trübungen und Algenbildung vor. Ein Tropfen Glycerin verlangsamt oft den "Schneefall" und sorgt so für einen natürlicher wirkenden Effekt.
Die genauen Ursprünge der Schneekugel liegen im Dunkeln. Ein frühes Exemplar ließ jedoch bereits 1572 Leonhard Thurneysser anfertigen – ein deutscher Alchemist und Mediziner. Erst im späten 19. Jahrhundert meldete Erwin Perzy das Patent für die "Glaskugel mit Schneeeffekt" an und prägte damit das heutige Design.
Trotz ihres Zaubers sollten Schneekugeln nie geöffnet werden. Die enthaltene Flüssigkeit ist zwar ungiftig, darf aber keinesfalls verschluckt werden. Der Feiertag selbst entstand schlicht als Kalendereintrag – ohne symbolische Bedeutung des gewählten Datums.
Seit 2020 wird der Tag des Schneekugelns in Deutschland begangen und lädt dazu ein, die Handwerkskunst hinter den filigranen Dekostücken zu würdigen. Gleichzeitig erinnert er an ihre Entwicklung: vom kuriosen Objekt des 16. Jahrhunderts bis zur patentierten Neuheit des 19. Jahrhunderts. Heute zählen Schneekugeln zu den beliebtesten Sammlerstücken und saisonalen Dekorationen.






