17 March 2026, 04:21

Unternehmenssoftware-Anbieter kämpft mit Aktiencrash trotz Wachstum im Enterprise-Bereich

Liniengraph, der die erhöhte BAA-Ausgabe in verschiedenen Branchen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Unternehmenssoftware-Anbieter kämpft mit Aktiencrash trotz Wachstum im Enterprise-Bereich

Ein führender Anbieter von Unternehmenssoftware hat für das Jahr 2025 gemischte Finanzzahlen vorgelegt: Während das Kerngeschäft stark wuchs, gibt es in anderen Bereichen weiterhin Herausforderungen. Zwar verzeichnete der Unternehmensbereich (Enterprise) ein Plus von 19 Prozent, doch der Aktienkurs brach im vergangenen Jahr um fast 65 Prozent ein und erreichte mit 4,48 Euro ein 52-Wochen-Tief.

Der Enterprise-Bereich des Unternehmens entwickelte sich positiv – die wiederkehrenden Jahreserträge (Annual Recurring Revenue, ARR) stiegen um 11 Prozent auf 241 Millionen Euro. Ein Rekorddeal in den USA trieb dieses Wachstum voran und gleicht schwächere Ergebnisse in anderen Segmenten aus. Die Umsätze im traditionellen Mittelstandsbereich (SMB) gingen jedoch leicht zurück.

Die Aktie des Unternehmens kämpft mit deutlichen Verlusten: Innerhalb der letzten zwölf Monate büßte sie fast zwei Drittel ihres Wertes ein. Für Anleger steht nun ein weiterer Wechsel an, da das Unternehmen vom MDAX in den SDAX aufsteigt – eine Umstrukturierung, die zu Anpassungen in indexnahen Fonds führen könnte.

Für das Jahr 2026 rechnet die Unternehmensführung mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von lediglich 0 bis 3 Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei etwa 43 Prozent liegen. Die Abwanderungsrate (Churn Rate) bleibt hoch: Im vierten Quartal erreichte sie 16,4 Prozent und wird voraussichtlich bis Mitte 2026 auf erhöhtem Niveau verharren. Die Übernahme des britischen Softwareunternehmens 1E im Jahr 2024 belastet die Bilanz zusätzlich – im ersten Quartal 2026 wird mit einem einmaligen Kundenverlust in Höhe von 8 Millionen Euro gerechnet.

Trotz dieser Schwierigkeiten treibt das Unternehmen die Produktinnovation voran. Aktuell werden erweiterte Integrationen mit Microsoft Intune entwickelt, zudem gibt es eine Partnerschaft mit Cybus, um Anwendungen für erweiterte Realität (Augmented Reality) auszubauen.

Wichtige Termine für 2026 sind die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 im März, die Quartalszahlen für Q1 im Mai sowie die Hauptversammlung im Juni.

Das Unternehmen steht vor einem schwierigen Jahr: Geringes Umsatzwachstum, hohe Kundenabwanderung und ein Aktienkurs nahe dem Tiefstand belasten die Aussichten. Dennoch expandiert der Enterprise-Bereich weiter, und neue Produktinitiativen könnten die Performance stabilisieren. Anleger und Analysten werden genau beobachten, wie der Wechsel in den SDAX verläuft und welche finanziellen Ergebnisse als Nächstes präsentiert werden.

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