17 March 2026, 02:21

UniCredit-Übernahmeangebot für Commerzbank treibt DAX auf 23.574 Punkte

Präsident Biden an einem Rednerpult mit einem Plakat, das ein Logo und Text zeigt, bei der Ankündigung von Maßnahmen zur Reduzierung von Öl- und Gaspreisen.

UniCredit-Übernahmeangebot für Commerzbank treibt DAX auf 23.574 Punkte

Deutscher DAX steigt leicht – UniCredit-Übernahmeangebot für Commerzbank treibt Kurs an

Der deutsche DAX schloss am Montag mit einem leichten Plus von 0,53 Prozent bei 23.574 Punkten – angetrieben durch das 35-Milliarden-Euro-Angebot der UniCredit für die Commerzbank. Der Deal, der Commerzbank-Aktien mit 30,80 Euro pro Stück bewertet, sorgt zwar für Marktbewegungen, stößt in Berlin aber auf massiven politischen Widerstand.

Die im März 2026 bekannt gegebene Offerte sieht vor, dass Commerzbank-Aktionäre für jede ihrer Aktien 0,485 neue UniCredit-Papiere erhalten – ein Aufschlag von 4 Prozent auf den letzten Schlusskurs der Commerzbank. Analysten werten das Angebot weniger als ernsthaften Übernahmeversuch, sondern vielmehr als taktischen Schachzug des UniCredit-Chefs Andrea Orcel, um Druck auf Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp auszuüben und sie an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Die deutsche Regierung lehnt das Vorhaben seit der ersten Ankündigung im September 2024 entschieden ab. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte die Notwendigkeit einer "starken und unabhängigen Commerzbank", während das Finanzministerium eine "feindliche Übernahme" kategorisch ausschloss. Auch die Gewerkschaft Verdi meldete sich kritisch zu Wort und warnte vor möglichen Arbeitsplatzverlusten sowie Beeinträchtigungen des Bankbetriebs.

Die Marktentwicklung blieb insgesamt uneinheitlich: Bayer-Aktien legten nach positiven Studienergebnissen zu, und Siemens Energy verzeichnete Gewinne. Gleichzeitig belasteten sinkende Ölpreise zyklische Werte und Reiseunternehmen – Lufthansa und TUI mussten jeweils Verluste hinnehmen. Der DAX notiert weiterhin 4,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 24.698 Punkten, was auf anhaltende technische Schwäche hindeutet. Händler weisen darauf hin, dass eine nachhaltige Erholung erst gelingen würde, wenn der Index die Marke von 24.000 Punkten zurückerobert. Als kritische Unterstützung gilt der Bereich um 22.900 Punkte.

Die kurzfristige Entwicklung des DAX hängt nun maßgeblich davon ab, wie die Commerzbank und die Aufsichtsbehörden auf das UniCredit-Angebot reagieren. Zwar hat die Offerte die Stimmung an den Märkten vorübergehend belebt, doch der politische und gewerkschaftliche Widerstand sorgt für Unsicherheit. Aus technischer Sicht bleibt die Lage vorerst vorsichtig – die nächsten Kursbewegungen werden sich an den entscheidenden Marken orientieren.

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