Streit um Reform des Landesverfassungsgerichts eskaliert vor MV-Wahl
Antonio KlotzStreit um Reform des Landesverfassungsgerichts eskaliert vor MV-Wahl
In Mecklenburg-Vorpommern ist ein politischer Streit über Pläne zur Reform des Landesverfassungsgerichts entbrannt. SPD, Grüne und Linke treiben die Änderungen vor der Landtagswahl am 20. September voran. Ihr Vorhaben stößt jedoch auf scharfe Kritik der Oppositionsparteien, darunter CDU und AfD.
Die rot-rot-grüne Koalition will bestehende Regelungen für das Gericht in der Landesverfassung verankern. Dazu gehören eine Amtszeitbegrenzung für Richter auf zwölf Jahre sowie eine Altersgrenze von 68 Jahren. Die Befürworter argumentieren, die Reform verhindere Blockaden, da das aktuelle Parlament keine Zweidrittelmehrheit für die Ernennung neuer Richter besitze. Laut Entwurf könnte das Gericht selbst Nachfolgekandidaten vorschlagen, falls innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf einer Amtszeit keine neuen Richter gewählt werden – hierfür wäre dann nur eine absolute Mehrheit im Landtag nötig.
Die Opposition lehnt die Pläne entschieden ab. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Peters wies den Reformvorschlag zurück und plädierte stattdessen für Vertrauen und eine offene Debatte, um die Demokratie zu stärken. Enrico Schult, stellvertretender Fraktionschef der AfD, warf der Koalition einen "Verfassungstrick" vor, um das Gericht langfristig in eine linke Ausrichtung zu drängen. Aktuell führt die AfD in Umfragen mit 34 Prozent deutlich vor der SPD (26 Prozent) und der CDU (12 Prozent).
Scheitert die Reform, bleiben die aktuellen Richter im Amt. Die Koalition betont, die Änderungen würden das Gericht vor politischer Einflussnahme schützen und für Stabilität jenseits tagespolitischer Auseinandersetzungen sorgen.
Der Landtag wird vor der Wahl am 20. September über den Vorschlag abstimmen. Eine Ablehnung würde die bestehenden Richter in ihren Ämtern belassen, eine Zustimmung die neuen Ernennungsregeln festschreiben. Das Ergebnis könnte die Zukunft des Gerichts prägen, während die politischen Spannungen vor der Wahl weiter zunehmen.






