Sachsen-Anhalt reformiert Architektengesetz: Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Fokus
Stilla SagerSachsen-Anhalt reformiert Architektengesetz: Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Fokus
Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Berufsregeln für Architektinnen, Architekten und Stadtplaner modernisieren soll. Die Vorlage, die nun im Landtag beraten wird, sieht Änderungen in der Ausbildung, der Registrierung und der Berufsausübung vor.
Nach dem neuen Entwurf sollen Absolventinnen und Absolventen von Architektur- und Stadtplanungsstudiengängen künftig als Juniorenmitglieder in die Architektenkammer aufgenommen werden. Dadurch können sie schneller in den Beruf einsteigen und gleichzeitig praktische Erfahrungen sammeln. Zudem ermöglicht der Entwurf Fachkräften mit ausländischen Abschlüssen, ihre Qualifikationen bereits vor der Einreise nach Deutschland anerkennen zu lassen – ein Verfahren, das in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg bisher mit geringen Anerkennungquoten verbunden war.
Der Gesetzentwurf erweitert zudem die möglichen Unternehmensformen, in denen Architektinnen und Architekten tätig sein dürfen, darunter GmbH & Co. KG, OHG und KG. Zudem werden digitale Anträge für Registrierungen und berufliche Meldungen verpflichtend, was den bürokratischen Aufwand verringern und die Abwicklung beschleunigen soll.
Die Ausbildungsprogramme werden um weitere Themen ergänzt, darunter Baurecht, barrierefreies Planen und Anpassungen an den Klimawandel. Planerinnen und Planer müssen künftig in ihren Projekten stärker auf Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität, Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien achten. Auch die Bürgerbeteiligung und soziale Belange wie bezahlbarer Wohnraum und barrierefreier Zugang erhalten mehr Gewicht in den Entscheidungsprozessen.
Ziel der Reform ist es, den Berufsstand zu modernisieren und gleichzeitig ökologische sowie soziale Herausforderungen im Bau- und Stadtentwicklungssektor zu bewältigen. Das überarbeitete Architektengesetz wird Auswirkungen auf die Ausbildung, Registrierung und Berufspraxis in Sachsen-Anhalt haben. Sollte der Entwurf verabschiedet werden, treten strengere Nachhaltigkeitsvorgaben, erweiterte unternehmerische Spielräume und beschleunigte Anerkennung ausländischer Abschlüsse in Kraft. Nun liegt der Ball beim Landtag, der die Vorlage vor einer möglichen Verabschiedung prüfen wird.






