07 April 2026, 18:34

Rechtsstreit um Caren Miosga: Talkshow zwischen Medienethik und Vorwürfen gegen Christian Ulmen

Gelblicher Zeitungsausschnitt mit schwarzer Tinte, Überschrift "Semanario Repúblicano Democrático Federal", das Wort "Diskussion" leicht zerknittert.

Rechtsstreit um Caren Miosga: Talkshow zwischen Medienethik und Vorwürfen gegen Christian Ulmen

Ein Rechtsstreit ist um eine bevorstehende Folge der NDR- und ARD-Talkshow Caren Miosga entbrannt, die sich mit den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Schauspieler Christian Ulmen befassen wird. Der Medienanwalt Christian Schertz, der Ulmen vertritt, wirft dem Format Vorbefassenheit vor und droht mit rechtlichen Schritten. Der Fall hat die Debatte über Medienethik, digitale Gewalt und den Umgang mit laufenden Rechtsstreitigkeiten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk neu entfacht.

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Im Mittelpunkt des Streits stehen die Behauptungen, Ulmen habe Deepfake-Videos von Fernandes erstellt und verbreitet – ein Vorwurf, den er zurückweist. Schertz wies die Anschuldigungen entschieden zurück und betonte, sein Mandant habe weder solche Aufnahmen produziert noch weitergegeben. Zudem kündigte er an, gegen den Spiegel wegen der Veröffentlichung der Vorwürfe zu klagen, da die Berichterstattung des Magazins seiner Ansicht nach keine Belege enthalte.

Schertz kritisierte, dass Caren Miosga Fernandes und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig eingeladen habe, Ulmen jedoch nicht zu Wort kommen lasse. Er selbst habe eine Teilnahme angeboten, sei aber abgelehnt worden. Die einseitige Darstellung eines noch nicht abgeschlossenen Rechtsfalls sei rechtlich bedenklich und unfair, so der Anwalt.

Das Redaktionsteam von Caren Miosga verteidigte sein Vorgehen und betonte, man halte sich an die Grundsätze verantwortungsvoller investigativer Berichterstattung. Ulmen gelte weiterhin als unschuldig, und die Sendung behandle ein gesamtgesellschaftlich relevantes Thema. Unterdessen prüfen die Staatsanwälte in Itzehoe noch immer die Vorwürfe Fernandes' gegen Ulmen.

Die Auseinandersetzung hat eine grundsätzliche Diskussion darüber ausgelöst, wie Medien über Anschuldigungen berichten – insbesondere in Fällen digitaler Missbrauchsvorwürfe. Kritiker fordern, Talkshows müssten das öffentliche Interesse mit Fairness abwägen, vor allem wenn gerichtliche Verfahren noch laufen.

Die geplante Folge von Caren Miosga wird ohne Ulmens Beteiligung ausgestrahlt. Schertz' juristische Drohungen und Vorwürfe der Voreingenommenheit setzen die öffentlich-rechtlichen Sender unter Druck, ihre redaktionellen Entscheidungen zu rechtfertigen. Der Fall zeigt zudem die Herausforderungen auf, über Anschuldigungen zu berichten, bevor Gerichte ein Urteil gefällt haben.

Quelle