10 May 2026, 16:21

Pflegereform 2024: Warum Caritas vor höheren Eigenanteilen für Heimbewohner warnt

Alte Frau im Krankenhausbett mit gefalteten H"anden, geschlossenen Augen und Kopf auf den H"anden, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Pflegereform 2024: Warum Caritas vor höheren Eigenanteilen für Heimbewohner warnt

Im Mai sollen die Reformpläne für die deutsche Pflegeversicherung von Gesundheitsministerin Nina Warken vorgestellt werden. Die geplanten Änderungen stoßen jedoch bereits jetzt auf Kritik seitens des Caritasverbandes, der warnt, dass sie die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen weiter verschärfen könnten.

Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, appellierte an die Politik, die Eigenbeteiligung von Bewohnern in stationären Pflegeeinrichtungen nicht zu erhöhen. Gleichzeitig wies sie auf mögliche Schlupflöcher in den neuen Regelungen hin. Ein zentraler Vorschlag sieht vor, die Wartezeit für ermäßigte Eigenanteile zu verlängern: Statt wie bisher zwölf Monate müssten Pflegeheimbewohner künftig 18 Monate in einer Einrichtung leben, bevor sie Anspruch auf die Vergünstigung hätten. Zwar könnte dies kurzfristig die Kosten für das System senken, doch Kritiker bemängeln, dass dadurch das gestufte Entlastungsmodell ausgehöhlt werde, das eigentlich die finanzielle Belastung schrittweise verringern soll.

Welskop-Deffaa sprach sich zudem gegen Pläne aus, die Anreize schaffen könnten, Vermögen vor dem Einzug in ein Pflegeheim an Familienmitglieder zu übertragen. Sie betonte, dass die Pflegeversicherung auf dem Prinzip der Generationensolidarität beruhe – ein Grundsatz, den das Bundesverfassungsgericht wiederholt gestärkt habe. Das Gericht habe entschieden, dass der Generationenausgleich in der Pflegeversicherung stärker zu gewichten sei als in anderen Zweigen der Sozialversicherung.

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In ihrer Stellungnahme forderte Welskop-Deffaa, die beitragsfreie Familienmitversicherung nicht anzutasten. Zudem setzte sie sich für gestaffelte Beitragssätze nach Kinderzahl ein und verlangte, dass Rentenbeiträge für pflegende Angehörige übernommen werden. Solche Maßnahmen seien notwendig, um diejenigen zu entlasten, die bereits heute mit den Pflegekosten kämpften, so ihre Argumentation.

Der Caritasverband warnt, dass die Reformen die finanzielle Not vieler Familien weiter verschärfen könnten. Schon jetzt seien Pflegebedürftige und ihre Angehörigen hohen Belastungen ausgesetzt – zusätzliche Veränderungen drohten, die Situation weiter zu verschlechtern.

Der Reformentwurf, der Mitte Mai erwartet wird, soll die Pläne der Bundesregierung zur Finanzierung der Pflege vorlegen. Falls umgesetzt, könnten die Änderungen die Beitragsstruktur grundlegend reformieren und die Frage neu verteilen, wer die finanziellen Lasten trägt. Familien und Pflegekräfte werden genau beobachten, wie sich die endgültigen Regelungen auf ihre Kosten und Unterstützungssysteme auswirken.

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