05 April 2026, 06:23

Neues Online-Portal enthüllt historische Quellen zu Rechtsextremismus in Deutschland

Offenes Buch mit handgeschriebenem Text auf altem Papier, das Wasserzeichen aufweist, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland.

Neues Online-Portal enthüllt historische Quellen zu Rechtsextremismus in Deutschland

Neues Online-Portal bietet freien Zugang zu historischen Quellen über rechtsextreme Strömungen in Deutschland

Ein neues digitales Portal stellt ab sofort historische Quellen zum Rechtsextremismus in Deutschland kostenlos zur Verfügung. Die Plattform deckt den Zeitraum von 1945 bis 2000 ab und bietet annotierte Dokumente für Forscher:innen, Schulen und die politische Bildungsarbeit. Zu den Materialien zählen Propagandatexte, Aufrufe zu Gewalt sowie Inhalte, die gezielt junge Menschen ansprechen.

Das unter https://radikale-rechte.de/ abrufbare Portal entstand unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Bösch und Prof. Dr. Gideon Botsch. Über 30 Expert:innen trugen durch die Analyse und Einordnung der Dokumente dazu bei, die sich wandelnden Strategien extremistischer Gruppen aufzuzeigen.

Von der Nachkriegszeit bis zur Jahrtausendwende Zwischen 1945 und 2000 konzentrierte sich die rechtsextreme Propaganda in Deutschland vor allem auf neonazistische Eliten, die sich an die demokratischen Rechtsordnungen anpassten. Diese Gruppen kritisierten Liberalismus und Rechtsstaatlichkeit, bedienten sich dabei aber juristischer Argumente, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Ihre Bemühungen richteten sich an ehemalige NSDAP-Anhänger:innen und Nationalist:innen – oft unter dem Deckmantel historischer Geschichtsverfälschung.

Digitaler Wandel ab den 2000er-Jahren Nach der Jahrtausendwende veränderten sich die extremistischen Taktiken mit dem Aufstieg digitaler Plattformen. Akteure der "Neuen Rechten", darunter Figuren wie Martin Sellner, nutzten soziale Medien wie TikTok für radikale Mobilisierung. Sie diffamierten die liberale Demokratie als "sanften Totalitarismus" und instrumentalisierten verfassungsmäßige Mittel, um sie von innen heraus zu untergraben. Diese Strategie erweiterte ihre Anziehungskraft auf jüngere, technikaffine Zielgruppen.

Ein Werkzeug für Bildung und Forschung Die im Portal versammelten Dokumente veranschaulichen diese Entwicklungen und bieten Lehrkräften, Forscher:innen und Bildner:innen Einblicke in die langfristige Evolution extremistischer Botschaften. Durch die kostenlose Bereitstellung der Materialien unterstützt das Projekt die Bekämpfung rechtsextremer Ideologien durch fundierte Analysen.

Das Portal dient als wichtige Ressource, um die historischen Wurzeln und modernen Anpassungsstrategien des Rechtsextremismus zu verstehen. Die annotierten Dokumente belegen eindrücklich, wie sich Propagandamethoden vom Druckmedium bis ins digitale Zeitalter verlagert haben. Schulen, Wissenschaftler:innen und zivilgesellschaftliche Bildner:innen können diese Quellen nun nutzen, um das Bewusstsein für extremistische Narrative zu schärfen und eine kritische Auseinandersetzung damit zu fördern.

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