28 June 2026, 20:20

Missbrauchsverdacht in Hannover: Eine Million Euro für ein nie umgesetztes Integrationsprojekt

Der Zuschuss-Skandal aus Hannover geht in die nächste Runde

Missbrauchsverdacht in Hannover: Eine Million Euro für ein nie umgesetztes Integrationsprojekt

Ein Skandal um den mutmaßlichen Missbrauch öffentlicher Gelder ist in Hannover aufgeflammt. Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht Hülya Iri, ehemalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Stadtrat. Ihr Verein Integrationsarbeit Kronsberg erhielt von deutschen Behörden fast eine Million Euro für ein Projekt, das nie realisiert wurde.

Im Jahr 2023 bewilligte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) dem Verein für die Initiative „Respekt Café Kronsberg – Hannover“ insgesamt 924.479 Euro. Bereits bis Juni desselben Jahres waren 740.000 Euro ausgegeben worden – doch nachweisbare Arbeiten gab es nicht. Ermittlungen ergaben später, dass Iri und ihre Tochter Esma Bozdemir, die als Vereinsvorsitzende fungierte, sich aus den Geldern mindestens 685.000 Euro als Gehälter auszahlten.

Mittlerweile hat das Amtsgericht Hannover ein Insolvenzverfahren gegen den Verein eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft prüft zudem, ob mit den öffentlichen Mitteln Immobilien erworben wurden. Sowohl Iri als auch Bozdemir sind von ihren Posten zurückgetreten und haben ihre SPD-Mitgliedschaften ruhen lassen.

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Adis Ahmetović, Bundestagsabgeordneter und SPD-Landesvize in Niedersachsen, war bereits im Dezember 2022 über die Vorwürfe informiert worden, unternahm jedoch keine Schritte. Die SPD betont, dass es keine offiziellen Verbindungen zwischen dem Verein und der Partei gab. Auffällig ist, dass Doris Schröder-Köpf, die Ex-Frau des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder, Iri persönlich unterstützt hatte – unter anderem durch Empfehlungsschreiben.

Der Fall wirft Fragen nach Kontrolle und Rechenschaftspflicht auf. Die Ermittlungen zur Verwendung der Gelder laufen noch. Der Verein muss nun mit rechtlichen und finanziellen Konsequenzen rechnen, während die Behörden versuchen, das veruntreute Geld zurückzufordern.

Quelle