Massenrücktritt in der Mittelstandsunion Hof: Warum der Vorstand komplett geht
Bert HenschelMassenrücktritt in der Mittelstandsunion Hof: Warum der Vorstand komplett geht
Der gesamte Vorstand der Mittelstandsunion im bayerischen Landkreis Hof ist zurückgetreten. Die Rücktritte unterstreichen die wachsende Unzufriedenheit unter den Vertretern kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Diese werfen der Organisation vor, ihre Anliegen nicht mehr ernst zu nehmen.
Zu den Ausgeschiedenen gehören Cornelia und Yvonne Jeschek, Doris Wirth-Narr, Claus Hofmann sowie Sascha Rödel. In ihrem Rücktrittsschreiben begründeten sie, dass sich Unternehmer von der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung nicht mehr vertreten fühlten. Zudem sahen sie sich außerstande, unter dem Dach der CSU glaubwürdig für die Interessen des Mittelstands einzutreten.
Als Gründe für ihren Schritt nannten die Vorstandsmitglieder unter anderem die zunehmende Bürokratie, steigende Sozialabgaben und explodierende Energiekosten. Besonders kritisierten sie die Rentenpolitik der Mittelstandsunion. Darüber hinaus zweifelten sie an der Glaubwürdigkeit demokratischer Prozesse innerhalb der Organisation – Entscheidungen schienen ihnen oft vorgegeben.
Die Kritik beschränkt sich nicht auf den lokalen Verband. Auch auf regionaler und Landesebene nehme das Engagement für KMU-Themen ab. Durch den massenhaften Rücktritt steht die Mittelstandsunion Hof nun ohne Führung da. Die Ausgeschiedenen hatten das Gefühl, keinen nennenswerten Einfluss auf die Gestaltung mittelstandsrelevanter Politiken zu haben. Ihr Rückzug verdeutlicht die tiefe Verunsicherung über die künftige Ausrichtung der Organisation.
