Massendemo in Hamburg: Zehntausende fordern Ende der Gewalt gegen Frauen
Antonio KlotzMassendemo in Hamburg: Zehntausende fordern Ende der Gewalt gegen Frauen
Zehntausende versammelten sich in Hamburg, um gegen Gewalt an Frauen zu protestieren – die Teilnehmerzahl übertraf die Erwartungen der Veranstalter bei Weitem. Die Demonstration fand nur eine Woche statt, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, öffentlich der Misshandlung bezichtigt hatte. Viele Teilnehmende berichteten von eigenen Erfahrungen und forderten strukturelle Veränderungen sowie strengere Konsequenzen für Täter.
Fernandes trat in einer schusssicheren Weste und umgeben von Polizisten vor die Menge. Nach ihren Vorwürfen gegen Ulmen hatte sie Todesdrohungen erhalten. Trotz ihrer sichtbaren Erschütterung rief sie Betroffene dazu auf, ihr Schweigen zu brechen, und verlangte, dass Täter zur Rechenschaft gezogen werden.
Auch die Klimaaktivistin Luisa Neubauer sprach bei der Veranstaltung und fragte, was noch geschehen müsse, damit Bundeskanzler Olaf Scholz die Opfer unterstütze. Sie warnte, dass die schwerwiegendsten Fälle von Gewalt gegen Frauen im Verborgenen blieben und von den Behörden ignoriert würden.
Die Proteste fielen weitaus größer aus als erwartet: Rund 22.000 Menschen nahmen teil – fast dreimal so viele wie die geschätzten 7.500. Zum Abschluss skandierte eine Gruppe von Frauen: "Wir wollen alle dasselbe – die Arschlöcher in die Elbe werfen!"
Die Demonstration unterstrich das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen und die Dringlichkeit von Gegenmaßnahmen. Fernandes' öffentliche Aussagen und die überwältigende Resonanz signalisieren eine wachsende Forderung nach Gerechtigkeit. Veranstalter und Betroffene warten nun auf konkrete Reaktionen der politischen Führung.






