Mainzer Kirmeskultur in Gefahr: Droht das Aus für Riesenrad und Autoscooter am Rhein?
Antonio KlotzMainzer Kirmeskultur in Gefahr: Droht das Aus für Riesenrad und Autoscooter am Rhein?
Die Pläne zur Neugestaltung des Rheinufers in Mainz haben Bedenken hinsichtlich der Zukunft der dortigen Kirmeskultur geweckt. Große Fahrgeschäfte bei traditionellen Veranstaltungen wie dem Rhein-Frühling und der Johannisnacht könnten durch das neue Konzept verschwinden. Oberbürgermeister Nino Haase bleibt jedoch zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werden kann, die allen Beteiligten gerecht wird.
Die geplante Umgestaltung droht Platz für Hauptattraktionen wie das Riesenrad, die Schaukelkarussells und die Autoscooter zu beseitigen. Bis zu 30 Verkaufsstände könnten im Rahmen der Veränderungen ebenfalls entfallen. Marco Sottile, Vorsitzender des Mainz-Schauleute-Verbands, warnt, dass dies das Ende der großen Fahrgeschäfte bei lokalen Festen bedeuten könnte.
Die Schausteller haben zwar Kompromissbereitschaft signalisiert, doch eine praktikable Lösung steht noch aus. Haase schlägt vor, die großen Fahrgeschäfte in einen anderen Abschnitt des Rheinufers zu verlegen. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit von Grünflächen, um die Lebensqualität zu steigern und die Stadt an den Klimawandel anzupassen.
Die Diskussionen fallen in eine Zeit, in der Mainz sich auf die Feierlichkeiten zur Johannisnacht vom 19. bis 22. Juni 2023 vorbereitet. Die Kirmeskultur wurde im vergangenen Jahr in Deutschland als immaterielles Kulturerbe anerkannt – ein Faktor, der der Debatte zusätzliches Gewicht verleiht.
Die Umgestaltungspläne könnten die traditionellen Feste in Mainz grundlegend verändern. Ohne tragfähigen Kompromiss könnten große Fahrgeschäfte und zahlreiche Stände künftig bei den Veranstaltungen am Rhein fehlen. Die Stadt steht nun vor der Herausforderung, Modernisierung und Bewahrung des kulturellen Erbes in Einklang zu bringen.






