16 March 2026, 12:32

Lyten plant Milliardenprojekt für Lithium-Schwefel-Batterien in Heide

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die eine Maschine bedienen, umgeben von Metallstangen und -pfählen, mit der Aufschrift "Neue Eisenglebeerei, die erste Fabrik in Deutschland" unten.

Lyten plant Batterie-Neustart in Heide mit spezieller Technologie - Lyten plant Milliardenprojekt für Lithium-Schwefel-Batterien in Heide

US-Energiefirma Lyten plant Bau einer Großfabrik für Batteriezellen, Rechenzentrum und Energiespeicher bei Heide

Das in den USA ansässige Energieunternehmen Lyten bereitet den Bau einer großen Batteriezellenfabrik, eines Rechenzentrums und einer Energiespeicheranlage in der Nähe von Heide in Deutschland vor. Das Projekt folgt auf die Übernahme der insolventen schwedischen Aktivitäten des Batterieherstellers Northvolt durch Lyten für knapp 4,2 Milliarden Euro. Sollte das Vorhaben gelingen, könnte es die industrielle Landschaft der Region nachhaltig prägen.

Im Mittelpunkt von Lytens Plänen steht die Lithium-Schwefel-Batterietechnologie, die auf kritische Rohstoffe wie Kobalt und Nickel verzichtet. Das Unternehmen behauptet, seine auf über 550 Patenten basierende 3D-Graphen-Supermaterial-Plattform ermöglichte eine Produktion im großen Maßstab. Allerdings halten die Batterien derzeit weniger Ladezyklen aus als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus und benötigen pro Kilowattstunde mehr Lithium.

Der vorgeschlagene Standort in Heide war ursprünglich für eine Northvolt-Fabrik vorgesehen, die eine 600-Millionen-Euro-Wandelanleihe der staatseigenen KfW-Bank erhalten hatte. Das Projekt sollte rund 3.000 Arbeitsplätze schaffen, kam jedoch nach den finanziellen Problemen Northvolts zum Erliegen. Durch die Übernahme der schwedischen Northvolt-Aktivitäten – darunter das Hauptwerk in Skellefteå und ein Forschungszentrum in Västerås – ist Lyten nun in der Lage, die deutschen Pläne wiederzubeleben.

Mit dem Baubeginn könnte bereits 2027 begonnen werden – vorausgesetzt, Lyten schließt die Übernahme der deutschen Northvolt-Tochter erfolgreich ab. Lokale Wirtschaftsführer zeigen Interesse und sehen in dem Projekt eine Chance, über die Massenproduktion von Batterien hinauszuwachsen. Dennoch warnen Experten, dass Lyten seine Patente in funktionierende industrielle Prozesse umsetzen muss. Ein Beirat mit wichtigen Akteuren wurde vorgeschlagen, um die langfristige Stabilität zu sichern.

Die Anlage würde einen bedeutenden Wandel für die Wirtschaft Norddeutschlands bedeuten – sofern Lyten die technischen und logistischen Herausforderungen meistert. Lithium-Schwefel-Batterien mit ihrer hohen Energiedichte könnten vor allem in Nischenmärkten zum Einsatz kommen, in denen Gewicht und Platz entscheidend sind. Der Erfolg hängt davon ab, lokale Unterstützung zu gewinnen, die Produktion hochzufahren und die Haltbarkeit der Technologie unter realen Bedingungen zu beweisen.

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