Lidl in der Kritik: Warum der sitzende Hase eine Oster-Debatte auslöste
Bernd-Dieter RingLidl in der Kritik: Warum der sitzende Hase eine Oster-Debatte auslöste
Eine aktuelle Debatte entbrannt ist über die Frage, wie Supermärkte Schokoladenhasen zu Ostern kennzeichnen. Der Discounter Lidl löste mit der Bezeichnung sitzender Hase in seinem neuesten Prospekt Kritik aus – manche warfen der Kette vor, das Wort Ostern bewusst zu umgehen. Das Unternehmen hat nun Stellung bezogen und betont, keinesfalls beabsichtige es, Ostern-Bezüge zu entfernen.
Der Streit begann, nachdem Lidl in seinem Werbematerial einen sitzenden Hasen mit Schleife statt des üblichen Osterhasen bewarb. Kritiker unterstellten dem Händler, das Fest herunterzuspielen. Doch im selben Prospekt wurden auch andere Produkte klar als Schokoladenhasen oder Osterhasen ausgewiesen. Lidl verwendet die Bezeichnung sitzender Hase für seine Schokoladenfiguren bereits seit Jahren – ähnliche Artikel gibt es auch bei Konkurrenten wie Aldi.
Dass Schokoladenhasen unterschiedliche Namen tragen, ist in der Branche gängige Praxis. Marken bezeichnen sie vielfältig – von lustigen Hasen bis hin zu Goldhasen, wie eine Blindverkostungsliste aus dem Jahr 2024 zeigt. Sowohl Lidl Deutschland als auch Lidl Österreich versicherten, sie hätten nie vor, Osterhasen zu verbieten oder den Feiertagsnamen zu tilgen. Lidl Österreich wies die Vorwürfe, Ostern abschaffen zu wollen, explizit als haltlos zurück.
Die Tradition des Osterhasen reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück und wurde später durch Süßwarenhersteller populär. Zwar haben sich Produktbezeichnungen im Laufe der Zeit gewandelt, doch ein klares Muster, wie deutsche Marken ähnliche Artikel historisch umbenannten, lässt sich nicht erkennen. Die aktuelle Diskussion dreht sich vor allem um Lidls Wortwahl – die Kette betont jedoch, ihr Vorgehen entspreche dem der vergangenen Jahre.
Lidls Nutzung des Begriffs sitzender Hase folgt langjähriger Branchenpraxis, ohne dass es Hinweise auf eine gezielte Ausblendung von Ostern-Begriffen gäbe. Der Supermarkt verkauft weiterhin Produkte unter der Bezeichnung Osterhase neben anderen Varianten. Die Debatte zeigt, wie Marken Namen anpassen, ohne saisonale Traditionen aufzugeben.






