03 April 2026, 02:22

EMAF-Festival in Osnabrück löst Streit um Antisemitismus-Vorwürfe aus

Plakat für ein Festival in München mit einem Bild einer Frau umgeben von Menschen und B├Ąumen mit Text.

EMAF-Festival in Osnabrück löst Streit um Antisemitismus-Vorwürfe aus

Das Europäische Medienkunstfestival (EMAF) in Osnabrück steht wegen der Entscheidung, einen Kurzfilm der palästinensischen Künstlerin Larissa Al-Sharif zu zeigen, in der Kritik. Sowohl die Stadt als auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) haben sich daraufhin von der Veranstaltung distanziert. Kritiker werfen Al-Sharif Antisemitismus vor und verweisen auf ihre Social-Media-Beiträge sowie angebliche Verbindungen zur BDS-Bewegung.

Das diesjährige Festivalmotto "An Incomplete Assembly" (Eine unvollendete Versammlung) setzt sich mit künstlerischer Freiheit und Verantwortung auseinander. Zwar respektiere die Landesregierung die Programmwahl der Organisatoren, betone aber gleichzeitig ihre klare Haltung gegen Antisemitismus, hieß es. Osnabrücks Kulturdezernentin gab zu, dass man sich gewünscht hätte, Al-Sharifs Beitrag wäre nicht Teil des Festivals geworden.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen weniger Al-Sharifs Film "Morning Circle" als vielmehr ihre politischen Äußerungen im Netz. Die künstlerische Leiterin des Festivals argumentiert, dass ihre Posts differenziert betrachtet werden müssten. Die BDS-Bewegung, 2005 ins Leben gerufen, sieht sich seit Langem massiver Kritik ausgesetzt – Vorwürfe reichen von antiisraelischem Aktivismus bis hin zu Antisemitismus. Einige Länder wie Österreich sind bereits rechtlich gegen sie vorgegangen, etwa mit dem Verbot von BDS-Symbolen auf Kfz-Kennzeichen.

Das EMAF hat in der Vergangenheit wiederholt mit palästinensischen Künstlern zusammengearbeitet, integriert aber auch jüdische und israelische Stimmen in sein Programm. Der Publizist Thomas Groß warnt davor, palästinensische Perspektiven unter dem Deckmantel der Antisemitismusbekämpfung zum Schweigen zu bringen – dies trage kaum zur Friedensförderung im Nahen Osten bei.

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Der Film von Al-Sharif bleibt dennoch Teil des Festivalprogramms. Sowohl die Stadt als auch die Landesregierung unterstreichen zwar ihre Ablehnung von Antisemitismus, erkennen aber die Autonomie der Veranstalter an. Die Debatte zeigt einmal mehr die Spannungen zwischen künstlerischem Ausdruck, politischem Aktivismus und Vorwürfen der Diskriminierung auf.

Quelle