17 March 2026, 02:21

Landtagswahl 2026: Baden-Württemberg vor Koalitions-Dilemma nach knappen Grünen-Sieg

Deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa und Text, der die Partei bewirbt.

Müller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - Landtagswahl 2026: Baden-Württemberg vor Koalitions-Dilemma nach knappen Grünen-Sieg

Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg endet mit einem knappen Ergebnis – die Grünen behalten knapp die Führung

Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg hat ein enges Rennen gebracht: Die Grünen konnten sich mit 30,2 Prozent der Stimmen nur knapp an der Spitze halten – ein Rückgang gegenüber den 32,6 Prozent von 2021. Die CDU legte deutlich zu und kam auf 29,7 Prozent. Nun, da die Koalitionsgespräche beginnen, mischt sich überraschend eine prominente Stimme in die Debatte ein: der Molkereimilliardär Theo Müller, der ein umstrittenes Bündnis zwischen CDU und der rechtspopulistischen AfD befürwortet.

Die Wahlergebnisse zeigen eine deutliche Verschiebung der Wählergunst. Die Grünen verloren zwar an Zustimmung, blieben aber stärkste Kraft, während die CDU fast sechs Prozentpunkte hinzugewann. Die AfD verdoppelte ihr Ergebnis nahezu auf 18,8 Prozent, während die SPD auf nur noch 5,5 Prozent abstürzte.

Da Grünen und CDU bereits in Stuttgart eine gemeinsame Regierung stellen, galt eine Fortsetzung dieser Koalition als wahrscheinlich. Beide Parteien verfügen jeweils über 56 Sitze und damit über eine stabile Mehrheit. Rein rechnerisch wäre zwar auch ein Bündnis aus CDU und AfD möglich gewesen, doch die CDU-Führung hatte eine solche Zusammenarbeit stets ausgeschlossen.

Theo Müller, Gründer des Molkereiimperiums Müller und Mitglied der CSU – der bayerischen Schwesterpartei der CDU – brach nun mit dieser Linie und schlug stattdessen eine Koalition von CDU und AfD vor. Er argumentierte, die CDU solle sich nicht "zur zweiten Geige" des Grünen-Co-Vorsitzenden Cem Özdemir machen. Müller hatte sich bereits in der Vergangenheit mit der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel getroffen, die er als "Freundin" bezeichnete, und lobte zudem den AfD-Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg, Markus Frohnmaier.

Sein Vorstoß erhöht den Druck auf die CDU, die nun über ihren nächsten Schritt entscheiden muss. Zwar hat die Partei Kooperationen mit der AfD stets abgelehnt, doch Müllers Einfluss als großer Spender und politischer Akteur könnte die Verhandlungen erschweren.

Grüne und CDU verfügen zwar nach wie vor über die nötige Mehrheit für eine Fortsetzung ihrer Koalition, doch Müllers Forderung nach einem CDU-AfD-Bündnis hat die Debatte befeuert. Die endgültige Entscheidung wird die Regierung in Baden-Württemberg für die nächsten fünf Jahre prägen. Die Parteiführungen müssen nun politische Traditionen mit den sich wandelnden Wählerloyalitäten in Einklang bringen.

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