26 March 2026, 02:28

Kulturminister Weimer in der Zange: Zensurvorwürfe und wachsende Proteste gegen seine Politik

Offenes Buch mit bunten Seiten und Textbeispielen vor dunklem Hintergrund, ├Ąhnlich einem deutschen Handbuch.

Kulturminister Weimer in der Zange: Zensurvorwürfe und wachsende Proteste gegen seine Politik

Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien, steht wegen einer Reihe umstrittener Entscheidungen zunehmend in der Kritik. Die Proteste haben sich verschärft, nachdem er drei linksgerichtete Buchhandlungen von einem bedeutenden Literaturpreis ausgeschlossen hatte – ein Schritt, der Vorwürfe politischer Einmischung in die Kunstszene auslöste.

Die Gegenwehr weitete sich in dieser Woche aus, als Kulturinstitutionen, Politiker und Künstler seine Politik verurteilten, darunter Kürzungen bei der Bibliotheksförderung und der Versuch, eine Rede bei einer Holocaust-Gedenkveranstaltung zu blockieren.

Der stärkste öffentliche Widerstand gegen Weimer formierte sich Anfang 2026, als er drei Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausschloss. Seine Entscheidung stützte sich auf Erkenntnisse des Verfassungsschutzes, der die Läden im Rahmen des Haber-Verfahrens wegen angeblicher verfassungsrechtlicher Bedenken markiert hatte. Der Schritt führte zu Buhrufen auf der Leipziger Buchmesse am 18. März sowie zu scharfen Verurteilungen durch den Deutschen Kulturrat, Künstler und Abgeordnete, die vor einem "Klima der Vorzensur" warnten, das die künstlerische Freiheit bedrohe.

Mittlerweile hat sich die Kritik über den Preis hinaus ausgeweitet. Weimer stoppte eine 7-Millionen-Euro-Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig und lenkte die Mittel stattdessen in digitale Projekte um. Zudem sah er sich mit Ablehnung von Seiten der Überlebendenverbände konfrontiert, als er bei der Gedenkfeier zur Befreiung Buchenwalds sprechen wollte – Angehörige der Opfer und Lagergemeinschaften forderten seinen Rückzug. Später wurde bekannt, dass er versucht haben soll, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen, was die Vorwürfe eines Machtmissbrauchs weiter anheizte.

Trotz des Aufruhrs behält Weimer wichtige politische Rückendeckung. Bundeskanzler Olaf Scholz verteidigte den Minister und erklärte, er unterstütze viele von Weimers Kulturpolitiken. Auch Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU, bekräftigte im Bundestag sein Vertrauen in Weimer. Merz räumte ein, dass jeder Amtsinhaber mit Kontroversen konfrontiert wäre, vermied jedoch eine klare Verurteilung von Weimers Vorgehen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels schloss sich der Kritik an und bezeichnete seine Eingriffe als direkte Bedrohung für die Unabhängigkeit kultureller Einrichtungen. Die Proteste haben mittlerweile verschiedene Bereiche erfasst – von der Literatur über den Film bis hin zur Holocaust-Erinnerung. Gegner werfen Weimer vor, mit seinem konservativen Kurs die deutsche Tradition der künstlerischen Autonomie zu untergraben.

Weimer bleibt zwar dank der Unterstützung hochrangiger Politiker im Amt, doch die Folgen seiner Entscheidungen weiten sich weiter aus. Der Ausschluss der Buchhandlungen, die Förderkürzungen und die Streitigkeiten um Gedenkveranstaltungen haben Kulturinstitutionen in Alarmbereitschaft versetzt. Da keine Kurskorrektur in Sicht ist, zeichnen sich weitere Konflikte zwischen dem Minister und der Kunstszene ab.

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