Kriminalität in Niedersachsen sinkt – doch Gewalt und Cyberangriffe steigen weiter
Bert HenschelKriminalität in Niedersachsen sinkt – doch Gewalt und Cyberangriffe steigen weiter
Kriminalitätsrate in Niedersachsen sinkt 2025 weiter – doch Gewalt, Cyberkriminalität und Angriffe auf Rettungskräfte bleiben Problem
Die Kriminalitätszahlen in Niedersachsen sind 2025 erneut zurückgegangen: Die Gesamtzahl der Straftaten verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2 %. Die Behörden registrierten 81.539 Fälle – ein Rückgang um 23.000 Delikte seit 2005. Trotz dieses langfristigen Trends bleiben Herausforderungen wie Gewaltkriminalität, Cyberstraftaten und Angriffe auf Einsatzkräfte bestehen.
Die Sicherheitslage in der Region gilt insgesamt als stabil, mit anhaltenden Rückgängen in vielen Deliktbereichen. Die Fallzahlen bei Diebstahl, Drogenstraftaten und Sprengungen von Geldautomaten sanken ebenso wie bei Tötungsdelikten und Ladendiebstahl. Dennoch bleibt die Gewaltkriminalität ein zentrales Problem: 14.568 Straftaten wurden erfasst, darunter fast 10.000 Fälle von Körperverletzung. Messerangriffe stiegen deutlich auf 438 an, während die Zahlen bei häuslicher Gewalt mit 4.893 Fällen – darunter zwei mutmaßliche Tötungsdelikte in Osnabrück – auf Vorjahresniveau blieben.
Die Cyberkriminalität hat in Niedersachsen stark zugenommen: Von rund 5.000 Fällen im Jahr 2020 stieg die Zahl bis 2024 auf über 12.000. Die Polizei reagierte mit der Einrichtung von Kompetenzzentren für Cyberkriminalität, dem Ausbau digitaler Forensik und Aufklärungskampagnen wie CyberSiCHer. Zudem wurde die internationale Zusammenarbeit über Europol seit 2022 intensiviert. Gleichzeitig führte die Verbreitung pornografischer Inhalte über Messenger-Dienste und soziale Medien zu 867 Ermittlungsverfahren im vergangenen Jahr.
Angriffe auf Rettungskräfte und Einsatzkräfte bleiben besorgniserregend häufig – mehr als die Hälfte aller Beamten war bereits betroffen. Die Jugendkriminalität ging leicht zurück, doch sind zunehmend Kinder unter 14 Jahren in Straftaten verwickelt. Die Polizei setzt weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung und ruft Bürger auf, verdächtige Vorgänge zu melden. Die Erforschung des Dunkelfelds – also nicht angezeigter Straftaten – läuft weiter; neue Erkenntnisse werden im Herbst erwartet.
Der allgemeine Rückgang der Kriminalität spiegelt die langfristige Verbesserung der Sicherheitssituation wider. Dennoch erfordern der Anstieg der Cyberkriminalität, gewalttätige Vorfälle und Angriffe auf Einsatzkräfte weiterhin besondere Aufmerksamkeit. Die Behörden bauen digitale Abwehrmaßnahmen und Präventionskampagnen aus und betonen die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung.






