Hamburgs Gesundheitsfonds für Unversicherte ist leer – Tausende ohne Hilfe
Stilla SagerHamburgs Gesundheitsfonds für Unversicherte ist leer – Tausende ohne Hilfe
Hamburgs Notfall-Gesundheitsfonds für nicht versicherte Personen ist pleite
Seit Mitte Mai 2023 verweigert die Stadt Hamburg die Kostenübernahme für dringend benötigte Behandlungen – Tausende bleiben ohne Unterstützung. Normalerweise hilft die Clearingstelle im Hamburger Flüchtlingszentrum unversicherten Menschen, über einen städtischen Fonds Zugang zu regulärer oder akuter medizinischer Versorgung zu erhalten.
Doch das Programm leidet seit Jahren unter chronischer Unterfinanzierung, obwohl die Nachfrage stark gestiegen ist. Die Beratungsfälle in der Clearingstelle stiegen von 284 im Jahr 2012 auf über 2.300 im Jahr 2024 – doch das Budget wurde nie dauerhaft aufgestockt. Im Mai 2023 bewilligte die Stadt nur einen Bruchteil der beantragten 500.000 Euro, sodass der Fonds für Neuanträge erschöpft war.
2024 erhielten zwar 678 von 781 Klient:innen eine Kostenübernahme, wobei rund 718.000 Euro für Behandlungen und Medikamente ausgegeben wurden. Doch da die Stadt keine zusätzlichen Mittel freigibt, ist der Fonds für den Rest des Jahres leer. Das Netzwerk Medinetz, das sich für unversicherte Menschen einsetzt, kritisiert die Sparmaßnahmen scharf und fordert sofortiges Handeln.
Ähnliche Clearingstellen gibt es auch in anderen norddeutschen Bundesländern wie Bremen, Hannover und Schleswig-Holstein. Medinetz drängt Hamburg nun, seinem Koalitionsvertrag gerecht zu werden, die notwendigen Mittel bereitzustellen und eine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen.
Ohne diese Gelder müssen viele Unversicherte auf lebenswichtige Behandlungen verzichten. Unbehandelte Infektionen oder schwere Erkrankungen könnten sich verschlimmern – mit möglicherweise tödlichen Folgen. Die zögerliche Haltung der Stadt setzt gefährdete Menschen unnötigen Risiken aus.
