Gänseliesel wird 125: Göttingen feiert seinen Kultbrunnen mit Sonderausstellung
Stilla SagerGänseliesel wird 125: Göttingen feiert seinen Kultbrunnen mit Sonderausstellung
Göttingen feiert 125 Jahre Gänseliesel: Sonderausstellung zum Kultbrunnen
Göttingen bereitet sich auf die Feier zum 125-jährigen Jubiläum seines geliebten Gänseliesel-Brunnens vor – mit einer besonderen Ausstellung. Ab dem 9. April 2026 zeigt die Galerie Alte Feuerwache die Entstehung, kulturelle Bedeutung und die Traditionen, die das Denkmal seit über einem Jahrhundert prägt. Erstmals werden Besucher das Originalgussmodell von 1901 neben der weniger bekannten "Leipziger Schwester" sehen.
Die Bronzestatue einer Gänsemagd, entworfen von Bildhauer Paul Nisse, wurde 1901 nach einem Wettbewerb mit 46 Entwürfen von rund 40 Künstlern enthüllt. Seitdem thront sie als Göttingens bekanntestes Wahrzeichen auf dem Marktplatz. Ursprünglich symbolisierte die Figur die Doppelfunktion von Frauen im öffentlichen und privaten Leben – doch mit der Zeit entwickelte sie sich zu einer kulturellen Ikone, eng verknüpft mit lokalen Bräuchen.
Die Ausstellung beleuchtet die vielfältigen Traditionen rund um die Gänseliesel. Berühmt ist etwa der "Doktorkuss", bei dem frisch promovierte Absolventen die Statue nach ihrer Disputation küssen. Weitere Bräuche sind Blumenschmuck zum Internationalen Frauentag oder ihr Auftritt als Ampelfigur in Monheim am Rhein, wo sie für "Stille" steht. Ergänzt wird die Schau durch eine zweisprachige Broschüre auf Deutsch und Englisch.
Bis zum 18. Oktober 2026 fragt die Ausstellung im Städtischen Museum Göttingen provokant: "Liebt eigentlich jeder Liesel?!" Sie taucht tief ein in die Geschichte, wie ein einfacher Brunnen zum Symbol für akademischen Stolz, feministische Geschichte und städtische Identität wurde.
Mit seltenen Güssen, historischen Dokumenten und interaktiven Elementen verbindet die Schau Kunst, Geschichte und Tradition. Der Eintritt zur Eröffnung am 9. April um 18:30 Uhr ist frei. Die Ausstellung läuft bis Oktober 2026.






