29 April 2026, 12:24

Extreme Unterschiede: Wie deutsche Städte Gastronomen mit Terrassengebühren belasten oder entlasten

Ein Restaurant in Berlin mit Holztischen und -stühlen vor einem großen Fenster, das Fußgänger, Gebäude und Straßenelemente zeigt.

Extreme Unterschiede: Wie deutsche Städte Gastronomen mit Terrassengebühren belasten oder entlasten

Schankflächen-Gebühren: Starke Unterschiede zwischen deutschen Städten – von horrender Abgabe bis zum kompletten Verzicht

Die Kosten für die Bewirtschaftung von Außenflächen in der Gastronomie variieren in deutschen Städten extrem: Während einige Kommunen hohe Gebühren erheben, haben andere sie komplett abgeschafft. Ein aktueller Bericht zeigt, wie stark die finanziellen Belastungen für Wirte sind – besonders in Wernigerode, wo für eine Standard-Terrasse bis zu 1.163 Euro fällig werden. Gleichzeitig verzichten zahlreiche Städte auf solche Abgaben, um die lokale Wirtschaft und Innenstädte zu stärken.

Der Bund der Steuerzahler fordert mehr Städte auf, die Terrassengebühren abzuschaffen. Die finanzielle Entlastung würde demnach helfen, die oft schwächelnden Innenstädte zu beleben. Laut der Analyse hätten solche Streichungen kaum spürbare Auswirkungen auf die Haushalte der Kommunen – in der Regel weniger als 0,05 Prozent der Gesamteinnahmen.

Für eine 25 Quadratmeter große Schankfläche, die von Mai bis September genutzt wird, fallen im Schnitt 328 Euro an. Doch die Unterschiede sind enorm: Während Schönebeck nur 52 Euro verlangt und Zeitz mit 56 Euro knapp darüber liegt, verzeichnet Wernigerode mit 1.163 Euro die höchsten Kosten. Grund dafür ist unter anderem eine 2023 beschlossene Erhöhung, die zusätzlich einen Aufschlag für den zentralen Marktplatz einführte. Auch Lutherstadt Wittenberg (750 Euro) und Halle (Saale) (700 Euro) gehören zu den teuersten Standorten.

Gleichzeitig erhebt bereits jede fünfte befragte Kommune keine Terrassengebühren mehr. Städte wie Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Eisleben haben die Abgaben komplett gestrichen, um die heimische Gastronomie zu entlasten.

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Der Steuerzahlerbund setzt sich weiterhin für niedrigere oder gar keine Terrassengebühren ein und betont, dass die finanziellen Einbußen für die Städte minimal wären. Während einige Kommunen bereits von gebührenfreien Regelungen profitieren, bleibt die Debatte um den Ausgleich zwischen städtischen Einnahmen und Wirtschaftsförderung umstritten. Gastronomen in Hochpreis-Regionen stehen zunehmend unter Druck – im Vergleich zu Kollegen in Städten mit großzügigeren Regelungen.

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