Denkmalschutz stoppt Abriss des Rostocker Volkstheaters – Trend zu sparsamen Kulturprojekten
Antonio KlotzDenkmalschutz stoppt Abriss des Rostocker Volkstheaters – Trend zu sparsamen Kulturprojekten
Die Pläne zum Abriss des historischen Volkstheaters in Rostock sind ins Stocken geraten, nachdem Denkmalschützer den Bau unter Schutz gestellt haben. Die regierende CDU hatte vorgeschlagen, das Theater durch Neubauwohnungen zu ersetzen, doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin hat nun große Teile des Gebäudes unter rechtlichen Schutz gestellt.
Das Volkstheater in Rostock wurde 1943 errichtet und gilt als ein bedeutendes Beispiel des ostdeutschen Modernismus. Seine kulturelle Bedeutung wuchs weiter, da hier 1965 die Uraufführung von Peter Weiss’ Marat/Sade stattfand.
Unterdessen wurde in Düsseldorf ein anderes Kulturprojekt aufgegeben. Die Stadt hatte geplant, ihr Nachkriegs-Opernhaus durch einen Neubau des Architekturbüros Snøhetta zu ersetzen. Die Kosten explodierten jedoch auf geschätzte 1,8 Milliarden Euro, woraufhin Oberbürgermeister Stephan Keller das Vorhaben stoppte. Das Grundstück wurde daraufhin für 137 Millionen Euro an die Stadt zurückübertragen.
Düsseldorf konzentriert sich nun auf die Modernisierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten. Ein Entwurf des Frankfurter Büros raumwerk bietet eine kostengünstigere Alternative, mit geschätzten Ausgaben zwischen 400 und 500 Millionen Euro.
Die Entscheidung, Rostocks Volkstheater zu erhalten, und der Verzicht Düsseldorfs auf ein Milliarden-Opernhaus deuten auf einen größeren Trend hin: Deutsche Städte scheinen sich von teuren Kultur-Großprojekten abzuwenden und setzen stattdessen auf finanziell zurückhaltendere Lösungen.






