Cannstatter Wasen wird zum Luxus-Event mit geheimen Lounges und Champagner-Spektakeln
Bernd-Dieter RingCannstatter Wasen wird zum Luxus-Event mit geheimen Lounges und Champagner-Spektakeln
Das Cannstatter Volksfest wird exklusiver: Mit versteckten Luxus-Oasen und aufwendigen Inszenierungen in den Bierzelten
Das Cannstatter Volksfest entwickelt sich zunehmend zu einem exklusiven Event – mit aufwendigen Bühnenbildern und versteckten Luxusbereichen in seinen Festzelten. In diesem Jahr lockt das Volksfest mit geheimen Räumen, Champagner-Säbelduellen und thematischen Lounges, die gezielt ein jüngeres, feierfreudiges Publikum ansprechen. Von Skihütten-Flair bis zu Club-Atmosphäre spiegelt das Fest eine Gesellschaft wider, die Spektakel und Exklusivität schätzt.
Ein besonderes Highlight ist die Spitzbuben Lodge im Zelt von Sonja Merz. Hinter einem unscheinbaren Eingang im "Anhangszelt" verbirgt sich ein exklusiver Bereich mit eigener Bar und Toiletten. Wer eine bestimmte Stelle an der flaschenbedeckten Wand drückt, gelangt durch eine geheime Tür in den "Secret Room" – ein gemütliches Refugium mit rotem Sofa und Asterix-und-Obelix-Comics. Hier werden täglich Hunderte Champagnerflaschen zu Preisen zwischen 120 und 800 Euro verkauft, was zu den höchsten Umsätzen pro Quadratmeter auf dem gesamten Fest führt.
Ebenfalls neu ist Fridas Pier, das in diesem Jahr sein Wasen-Debüt mit dem Club Royal feiert – einer Balkon-Lounge im Almhütte Royal. Der Raum ist wie eine Berghütte gestaltet, komplett mit Kellnern in Skibrillen. Gleich daneben zieht die Schatzibar, thronend auf einer erhöhten Plattform mit Karussell-Bar, mit House-Musik und Club-Atmosphäre die Besucher an. Im Dinkelacker-Zelt begeistert die Taos Lodge die Gäste mit einer spektakulären Show, bei der Eiswürfel von der Decke auf Flaschen regnen, während Martina B. Ohringer-Zinsers Bereich noch geheimnisumwittert bleibt.
Für dramatische Effekte sorgt die Équipe-Lodge von Michael Wilhelmer im Schwabenwelt-Zelt: Hier wird Champagner mit Feuerfontänen und großem Tam-Tam serviert. Der Ort zieht eine "coole" Crowd aus Bankern und Geschäftsleuten an. Dennoch bleiben traditionelle Elemente erhalten – in manchen Zelten werden Flaschen noch immer mit dem Säbel geöffnet, eine Mischung aus altem Brauchtum und moderner Prunksucht.
Mittlerweile gelten in den privaten Bereichen verlängerte Öffnungszeiten: Sonntags bis donnerstags bleiben die exklusiven Zonen bis Mitternacht geöffnet, freitags und samstags sogar bis 1 Uhr nachts.
Der Wandel des Cannstatter Volksfests hin zu mehr Exklusivität ist unübersehbar. Versteckte Lounges, thematische Dekorationen und Hochpreis-Champagner bedienen Gäste, die mehr suchen als nur Bier und Bratwurst. Mit längeren Partyzeiten und aufwendigen Inszenierungen entwickelt sich das Fest weiter – ein Spiegelbild einer Gesellschaft, die Tradition und Spektakel gleichermaßen zelebriert.