07 April 2026, 04:22

Berliner Cannabis-Anbauvereine kämpfen um ihren Platz im legalen Markt

Gruppe von Menschen um ein Auto versammelt mit einem "Legalise Cannabis Ireland"-Schild, das Papiere im Inneren zeigt, mit Gebäuden, Laternen und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Berliner Cannabis-Anbauvereine kämpfen um ihren Platz im legalen Markt

Seit Cannabis in Deutschland am 1. April 2024 legalisiert wurde, verzeichnet Berlin einen stetigen Anstieg an lizenzierten Anbauvereinen. Elf dieser Vereine operieren mittlerweile legal in der Stadt, sieben weitere warten auf ihre Genehmigung. Doch trotz ihres Wachstums sehen sich die Clubs mit harter Konkurrenz durch den Schwarzmarkt und einem expandierenden medizinischen Cannabissektor konfrontiert.

Die Green Leaf Society, einer der etablierten Berliner Vereine, führt einen streng regulierten Betrieb. Mit 200 aktiven Mitgliedern kultiviert der Verein monatlich bis zu zehn verschiedene Cannabissorten. Die Ernte von zwei bis drei Kilogramm wird anschließend an die Mitglieder verteilt.

Strenge Vorschriften regeln die Arbeit dieser Vereine: Werbung ist verboten, sie müssen detaillierte Aufzeichnungen über alle volljährigen Mitglieder führen und sich regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Jana Halbreiter, Vorsitzende der Green Leaf Society, kritisiert, was sie als "unfairen politischen Prüfungsdruck" auf die Vereine bezeichnet.

Beim White Lake Weed, einem weiteren Berliner Anbauverein, zeigt sich der Vorsitzende Mario Gäde optimistisch. Er räumt zwar die Hindernisse ein – die Konkurrenz durch illegale Händler und die leichte Verfügbarkeit von medizinischem Cannabis –, glaubt aber weiterhin an den Wert regulierter Anbauvereine.

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Der medizinische Sektor hat seit der Legalisierung einen dramatischen Wandel durchlaufen. Die Verschreibungsraten für medizinisches Cannabis stiegen im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 400 Prozent. Dieser Anstieg erhöht den Druck auf die noch jungen Anbauvereine zusätzlich.

Berliner Cannabisanbauer mit Lizenz bewegen sich weiterhin in einem komplexen Umfeld. Mit elf aktiven Vereinen und sieben weiteren in der Warteschleife müssen sie sich mit strenger Aufsicht, Schwarzmarktkonkurrenten und einem boomenden medizinischen Cannabismarkt auseinandersetzen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es den Vereinen gelingt, sich einen stabilen Platz im Berliner Cannabismarkt zu erarbeiten.

Quelle