Bayreuther Festspiele in Antisemitismus-Debatte nach Absage einer Friedman-Veranstaltung
Bert HenschelBayreuther Festspiele in Antisemitismus-Debatte nach Absage einer Friedman-Veranstaltung
Das Bayreuther Festspielhaus steht nach der Absage einer nicht öffentlich angekündigten Veranstaltung mit Michel Friedman unter Antisemitismusvorwürfen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, löste die Entscheidung eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen dem Festival und der bekannten Persönlichkeit aus.
Friedman warf dem Festival nach der Absage Antisemitismus vor. Katharina Wagner führte später Sicherheitsbedenken als Begründung für den Schritt an. Das Festival hingegen betonte, es habe niemals eine konkrete Planung für eine Veranstaltung mit Friedman gegeben. Christian Thielemann ergänzte, dass Gespräche zwar mehr als ein Jahr zuvor stattgefunden hätten, jedoch keine Zusage erteilt worden sei.
Das Festival hat sich in der Vergangenheit wiederholt mit kontroversen Themen auseinandergesetzt. In seinen Produktionen und Programmen setzte es sich offen mit Richard Wagners Antisemitismus auseinander. Zudem räumte es historische Verbindungen zum Nationalsozialismus ein und setzte Maßstäbe für die kontextuelle Aufarbeitung von Kunst und deren geschichtlichen Bezügen zum Antisemitismus. Jüdische Dirigenten und Künstler waren dabei stets prominent in den Aufführungen vertreten.
Nach dem Streit entschuldigte sich Bayreuth bei Friedman. Die umstrittene Veranstaltung wird nun wie ursprünglich geplant stattfinden.
Mit der Entschuldigung und der Durchführung der Veranstaltung ist die akute Kontroverse vorerst beigelegt. Die langjährigen Bemühungen des Festivals, historische und ethische Fragen aufzuarbeiten, bleiben jedoch fester Bestandteil seines Programms. Der Vorfall zeigt, wie aktuell die Debatten über Kunst, Geschichte und Verantwortung nach wie vor sind.






