17 March 2026, 12:23

Bayer feiert Kerendia-Durchbruch – doch Glyphosat-Prozesse belasten die Bilanz weiter

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Bayer feiert Kerendia-Durchbruch – doch Glyphosat-Prozesse belasten die Bilanz weiter

Bayer meldet klinischen Durchbruch mit Kerendia – Aktie steigt trotz anhaltender Rechtsstreitigkeiten

Der Pharmakonzern Bayer hat einen bedeutenden klinischen Erfolg mit seinem Medikament Kerendia (Finerenon) bekannt gegeben, was trotz laufender juristischer Herausforderungen das Vertrauen der Anleger stärkt. Nach der Vorstellung positiver Studienergebnisse bei Patienten mit nicht-diabetischer Nierenerkrankung stieg die Aktie um 4,71 % auf 40,25 Euro.

Die Pharmasparte des Unternehmens verzeichnete Erfolge in der Phase-III-Studie FIND-CKD mit Kerendia. Das Präparat erreichte seine primären klinischen Endpunkte bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung ohne Diabetes, was sein Anwendungsspektrum über die bestehende Zulassung hinaus erweitert. Bayer plant nun, einen Antrag auf eine erweiterte Marktzulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen – ein Schritt, der die Marktchancen des Medikaments deutlich verbessern könnte.

Doch die finanziellen Belastungen bleiben ein zentrales Problem. Im Geschäftsjahr 2025 verbuchte Bayer einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, vor allem aufgrund hoher Prozesskosten, während die Nettoverschuldung auf fast 30 Milliarden Euro anstieg. Anleger richten ihren Blick auf zwei entscheidende Termine im frühen April 2026: die Hauptversammlung, auf der über eine Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abgestimmt wird, sowie die mündliche Verhandlung vor dem US-Supreme Court zu Warnhinweisen auf Roundup-Produkten. Eine Entscheidung in diesem Fall wird bis Mitte Juni 2026 erwartet.

Ein für Bayer günstiges Urteil des Supreme Court in Kombination mit den Fortschritten bei Kerendia könnte die finanzielle Last mindern. Das Unternehmen strebt an, in den nächsten zehn Jahren zehn Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen. Doch rechtliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Glyphosat-Versorgung und den Roundup-Klagen bleiben Risikofaktoren.

Die positiven Studienergebnisse zu Kerendia haben der Bayer-Aktie Auftrieb gegeben und bieten einen seltenen Lichtblick angesichts der hohen Prozesskosten. Die anstehende Entscheidung des Supreme Court zu den Roundup-Etiketten wird eine entscheidende Rolle für die finanzielle Zukunft des Konzerns spielen. Sollte die erweiterte Zulassung für Kerendia genehmigt werden, könnten sich neue Einnahmequellen erschließen und der Druck auf die Bilanz verringert werden.

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