AfD vor absoluter Mehrheit in Sachsen-Anhalt – doch der Höhepunkt könnte überschritten sein
Antonio KlotzAfD vor absoluter Mehrheit in Sachsen-Anhalt – doch der Höhepunkt könnte überschritten sein
Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) könnte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September die absolute Mehrheit erringen. Der Meinungsforscher Manfred Güllner hält dieses Ergebnis für „durchaus möglich“. Doch der Aufstieg der Partei in der Region könnte bereits seinen Höhepunkt erreicht haben.
Bundesweit würden derzeit 20 Prozent der Wahlberechtigten die AfD wählen, weitere 8 Prozent könnten sich dafür entscheiden. Die Zustimmung variiert jedoch stark: Im Westen würden 24 Prozent der Befragten die Partei in Betracht ziehen, im Osten sind es sogar 41 Prozent. Dennoch lehnen etwa 60 Prozent der Ostdeutschen eine Wahl der AfD weiterhin kategorisch ab.
SPD und CDU/CSU verfügen weiterhin über ein großes Wählervotential – 46 Prozent bzw. 45 Prozent. Doch viele Wähler aus der politischen Mitte fühlen sich von den etablierten Parteien entfremdet. Die SPD hat mit ihrer Fokussierung auf Themen wie Mindestlohn und Bürgergeld Millionen von Beschäftigten in stabilen, oft industriellen Arbeitsverhältnissen verprellt.
Trotzdem blicken fast die Hälfte der Deutschen der SPD weiterhin positiv entgegen. Eine Mobilisierung dieser gemäßigteren Wähler könnte helfen, eine Zweidrittelmehrheit der AfD in Sachsen-Anhalt zu verhindern.
Möglicherweise hat die AfD ihr Wählervotential bereits weitgehend ausgeschöpft. Eine hohe Wahlbeteiligung unter den Anhängern der Mitte-links- und Mitte-rechts-Parteien könnte den Ausgang der Wahl noch entscheidend beeinflussen. Das Rennen in Sachsen-Anhalt bleibt knapp und unberechenbar.
