09 May 2026, 12:22

AfD-Politiker Tillschneider fordert Ende der deutschen "Schuldkultur"

Buch mit dem Titel 'Deutsches Kolonial-Feitung' vom 11/1940, das Adolf Hitler auf dem Cover zeigt, von einer Person gehalten, umgeben von anderen mit Mützen.

AfD-Politiker Tillschneider fordert Ende der deutschen "Schuldkultur"

Im Mai 2026 hielt Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt, eine umstrittene Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Seine Äußerungen stellten die seit langem etablierte deutsche Auseinandersetzung mit der Kriegsvergangenheit infrage und forderten eine Neuausrichtung des historischen Gedächtnisses.

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Tillschneider erkannte zwar die Befreiung von der NS-Herrschaft an, deutete die militärische Niederlage Deutschlands jedoch als „Amputation riesiger deutscher Kulturlandschaften“. Die Nachkriegstradition der Selbstreflexion bezeichnete er als „absurde Schuldkultur“ und „imaginäre Kollektivschuld“. Zudem kritisierte der Politiker die berühmte Rede Richard von Weizsäckers aus dem Jahr 1985 als „geistige Kapitulation“ und argumentierte, die Deutschen hätten sich im Nachhinein mit den Siegermächten solidarisiert, um sich der eigenen Geschichte nicht stellen zu müssen.

Unter Berufung auf den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß forderte Tillschneider eine „normale deutsche Identität“ und lehnte ab, was er als „ewige Vergangenheitsbewältigung als dauernde Buße“ bezeichnete. Seine Aussagen passen in die breitere Strategie der AfD, die deutsche Geschichtserzählung umzudeuten – ein Vorhaben, das Kritiker als Gefahr für Jahrzehnte der Nachkriegsversöhnung sehen.

Gegner warnten, der Ansatz der AfD führe nicht zu einer „stolzen Zukunft“, sondern drohe, das Land in eine geistige Isolation zurückzuwerfen. Die Debatte über das historische Gedächtnis hat an Schärfe gewonnen, da die Partei weiterhin etablierte Perspektiven auf die deutsche Vergangenheit herausfordert.

Tillschneiders Rede unterstrich die anhaltenden Bemühungen der AfD, das Verhältnis Deutschlands zu seiner Geschichte neu zu definieren. Indem er eine „Schuldkultur“ ablehnte, festigte er die Position der Partei zur nationalen Identität. Seine Worte haben die Diskussion darüber neu entfacht, wie das Land künftig an seine Vergangenheit erinnern soll.

Quelle