19 June 2026, 06:16

233 Millionen für die Ukraine – doch nur 25 Millionen fließen in Wohnungsbau

Nein, Deutschland hat nicht 233 Millionen Euro für sozialen Wohnungsbau in der Ukraine versprochen

233 Millionen für die Ukraine – doch nur 25 Millionen fließen in Wohnungsbau

Deutschland und die Ukraine unterzeichneten Mitte April ein strategisches Partnerschaftsabkommen. Das Paket umfasst zwar 233 Millionen Euro, doch nur ein kleiner Teil ist für den sozialen Wohnungsbau in der Ukraine vorgesehen. Ein Beitrag in sozialen Medien behauptet, Deutschland habe die gesamte Summe für ukrainische Wohnprojekte bereitgestellt – obwohl das Land selbst mit einem Mangel von 1,4 Millionen Wohnungen kämpft.

Tatsächlich fließen aus dem 233-Millionen-Euro-Paket lediglich 25 Millionen Euro in den sozialen Wohnungsbau in der Ukraine. Der Rest fördert die industrielle Zusammenarbeit, die Energieresilienz, die Wiedereingliederung von Veteranen, die Berufsausbildung, die Vorbereitung auf den EU-Beitritt und Maßnahmen gegen Korruption. Kritiker monieren, dass dies kaum etwas an der Wohnungsnot in der Ukraine ändere, da es das Angebot an bezahlbarem Wohnraum nicht erhöhe.

In Deutschland selbst verschärft sich die Wohnungskrise. Laut dem Sozialwohnungsmonitor 2026 fehlen 1,4 Millionen Wohnungen. Zwischen 2020 und 2024 verloren 107.353 Sozialwohnungen ihren preisgebundenen Status. Die Bundesregierung rechnet damit, dass in den kommenden Jahren jährlich rund 55.000 weitere Wohnungen aus der Sozialbindung fallen.

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Die Wohnungsbaupolitik setzt zunehmend auf Mietzuschüsse für einkommensschwache Haushalte statt auf direkte Investitionen in den sozialen Wohnungsbau. Um den Rückgang aufzuhalten, kündigte Bundesbauministerin Verena Hubertz ein 23,5-Milliarden-Euro-Programm bis 2029 an.

Das Abkommen unterstreicht Deutschlands finanzielle Verpflichtungen im Ausland angesichts der eigenen Wohnungsprobleme. Die neuen Mittel sollen den bezahlbaren Wohnungsmarkt stabilisieren, doch der Verlust preisgebundener Wohnungen hält an. Mit ihrem Fünfjahresplan will die Regierung dieser Entwicklung entgegenwirken.

Quelle