17 April 2026, 02:23

Wo Angst und Kriminalität in Deutschland wirklich zusammenhängen

Eine USA-Karte, die die Gewaltverbrechen pro 100.000 Einwohner je Bundesstaat anzeigt, wobei dunklere Töne höhere Verbrechensraten und zusätzliche Datendetails unten anzeigen.

Wo Angst und Kriminalität in Deutschland wirklich zusammenhängen

Sicherheitsbedenken in der Öffentlichkeit bleiben für viele ein zentrales Thema – besonders nach Einbruch der Dunkelheit. Zwar fühlen sich die meisten Menschen in den eigenen vier Wänden und in ihrer Nachbarschaft sicher, doch in bestimmten Außenbereichen steigt die Angst spürbar an. Neue Daten zeigen, wo diese Sorgen mit der Kriminalitätsentwicklung übereinstimmen – und wo sie es nicht tun.

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Eine bundesweite Opferbefragung aus dem Jahr 2020 ergab, dass sich fast alle Befragten – über 90 Prozent – zu Hause und in ihrer unmittelbaren Umgebung sicher fühlten. Doch dieses Sicherheitsgefühl schwindet, sobald Menschen sich allein in öffentlichen Räumen aufhalten, vor allem nachts. Diese besonders angstbesetzten Orte, oft als "Angsträume" bezeichnet, zeichnen sich häufig durch schlechte Beleuchtung, soziale Unordnung oder sichtbare Vernachlässigung aus.

Bahnhöfe stachen in der Studie als Orte hervor, an denen sich subjektive Ängste und tatsächliche Kriminalität decken. Hier kommt es vermehrt zu Diebstählen, und Polizeistreifen sind häufiger präsent. Dennoch entsprechen nicht alle "Angsträume" tatsächlich Kriminalitätsschwerpunkten. So zeigte die Gewaltkriminalitätsstatistik für 2024, dass zwar fast drei von zehn Vorfällen in öffentlichen Bereichen stattfanden – die wahrgenommene Gefahr erstreckt sich jedoch oft über die tatsächlich gefährlichsten Orte hinaus.

Die Umfrage legte zudem offen, dass Frauen deutlich stärker als Männer sexualisierte Belästigung fürchten. Alter, Geschlecht und Tageszeit prägen maßgeblich das subjektive Sicherheitsempfinden. Gleichzeitig weisen Kriminalstatistiken junge Männer als die häufigsten Täter aus. Forscher führen diesen Trend auf Faktoren wie Gewalt in der Kindheit und den Umgang mit kriminell auffälligen Peer-Gruppen zurück.

Die Kluft zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Sicherheit bleibt in vielen Bereichen groß. Zwar zeigen Kriminalitätsdaten klare Muster – etwa ein erhöhtes Risiko in schlecht überwachten öffentlichen Räumen –, doch werden persönliche Ängste von mehr als nur statistischen Fakten beeinflusst. Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit müssten daher sowohl die räumlichen Gegebenheiten als auch die sozialen Dynamiken angehen, die Unsicherheitsgefühle verstärken.

Quelle