Wirtschaftsexperte Truger warnt vor globalem Preisschock durch Golfkonflikt
Bernd-Dieter RingWirtschaftsexperte Truger warnt vor globalem Preisschock durch Golfkonflikt
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte, Achim Truger, warnt, dass der eskalierende Golfkonflikt einen schweren Preisschock mit globalen Folgen auslösen könnte. Er drängt nun auf eine abgestimmte makroökonomische Reaktion, um zu verhindern, dass sich die Krise weiter verschärft.
Die Vorschläge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Sorge wächst, dass stark steigende Energie- und Rohstoffpreise die noch immer von früheren Störungen erholenden Volkswirtschaften destabilisieren könnten. Truger fordert dringende Maßnahmen, um Haushalte und Unternehmen vor explodierenden Kosten zu schützen. Sein Plan sieht die Wiedereinführung von Preisobergrenzen für Kraftstoffe, Gas und Strom vor, um übermäßige Preissprünge an der Zapfsäule und entlang der Lieferketten zu stoppen. Diese Deckelungen würden den Grundbedarf abdecken, gleichzeitig aber Anreize zum Energiesparen erhalten.
Um die finanzielle Belastung zu mildern, schlägt er einen temporären Inflationsausgleichsbonus vor, der steuer- und sozialabgabenfrei wäre. Diese einmalige Zahlung soll Arbeitgeber dazu ermutigen, ihre Beschäftigten zu unterstützen, ohne die langfristige Inflation anzuheizen. Truger betont zudem die Notwendigkeit einer gemeinsamen Anstrengung von Regierung und Sozialpartnern, um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern – ein Teufelskreis, in dem steigende Löhne immer höheren Preisen hinterherlaufen.
Laut Truger muss die Finanzpolitik eine zentrale Rolle spielen. Er argumentiert, dass Deutschland die Schuldenbremse durch Inanspruchnahme der Notfallklausel aussetzen sollte, um gezielte und zeitlich begrenzte Hilfsmaßnahmen zu ermöglichen. Dieser Ansatz würde Mittel freisetzen, um den wirtschaftlichen Schlag abzufedern, ohne die Staatsverschuldung dauerhaft zu erhöhen.
Für EU-Mitgliedstaaten mit schwächeren Finanzen regt Truger an, Kriseninstrumente aus der Pandemiezeit wiederzubeleben. Während der COVID-19-Krise hatte die EU 750 Milliarden Euro über NextGenerationEU bereitgestellt, 100 Milliarden Euro für Kurzarbeiterprogramme über SURE sowie erhöhte langfristige Haushalte. Ähnliche Mechanismen könnten nun Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland helfen, den aktuellen Schock zu bewältigen. Truger ist überzeugt, dass eine abgestimmte EU-Reaktion verhindern würde, dass zersplitterte nationale Maßnahmen die Krise verschärfen.
Sein übergeordnetes Ziel ist es, weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank zu vermeiden. Ein gut konzipiertes fiskalpolitisches Paket, so seine Argumentation, könnte die Preise stabilisieren und den Druck auf die Geldpolitik verringern – und damit das Risiko eines tieferen wirtschaftlichen Abschwungs mindern.
Trugers Vorschläge zielen auf kurzfristige Entlastung in Kombination mit strukturellen Schutzmaßnahmen ab. Preisdeckel, Inflationsboni und EU-weite Finanzhilfen würden akute Härten lindern, ohne langfristige wirtschaftliche Schäden zu verursachen. Ohne solche Maßnahmen, warnt er, drohe der globalen Wirtschaft ein weiterer schwerer Abschwung, ausgelöst durch ungebremste Inflation und finanzielle Instabilität.






