Wie Rheinland-Pfalz seinen Landtag wählt: Direktmandate und Ausgleichsregeln im Check
Bert HenschelWie Rheinland-Pfalz seinen Landtag wählt: Direktmandate und Ausgleichsregeln im Check
Wahlsystem in Rheinland-Pfalz: Direktmandate und Verhältniswahl für mindestens 101 Sitze im Mainzer Landtag
In Rheinland-Pfalz kombiniert das Landeswahlsystem Direkt- und Verhältniswahl, um mindestens 101 Sitze im Landtag in Mainz zu besetzen. Die Wähler geben zwei Stimmen ab: eine für einen Direktkandidaten aus ihrem Wahlkreis und eine für die Landesliste einer Partei. Dieses Verfahren sorgt für eine faire Repräsentation, kann aber dazu führen, dass der Landtag über die Mindestgröße hinauswächst.
Eine aktuelle Prognose des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap sagt für die Wahl 2026 die CDU mit 36 Sitzen an der Spitze voraus, gefolgt von SPD, AfD und Grünen.
Der Wahlvorgang beginnt mit der Erststimme, bei der die Bürger einen direkten Vertreter für ihren Wahlkreis wählen. Rheinland-Pfalz ist in 52 Wahlkreise unterteilt, aus denen jeweils ein Abgeordneter nach Mainz entsendet wird. Wer in einem Wahlkreis die meisten Stimmen erhält, zieht als Direktkandidat in den Landtag ein.
Die Zweitstimme entscheidet über den Anteil der Parteien an den insgesamt zu vergebenden Mandaten. Parteien müssen mindestens fünf Prozent dieser Stimmen erreichen, um im Parlament vertreten zu sein. Erringt eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach dem Verhältniswahlrecht zustehen, behält sie diese zusätzlichen Sitze – die sogenannten Überhangmandate.
Um die Balance zu wahren, erhalten die anderen Parteien Ausgleichsmandate, wodurch die Gesamtzahl der Abgeordneten über 101 steigen kann. Die Infratest-dimap-Prognose für 2026 sieht die CDU bei 30,5 Prozent (36 Sitze), die SPD bei 27 Prozent (32 Sitze), die AfD bei 20 Prozent (24 Sitze) und die Grünen bei 7,5 Prozent (9 Sitze).
Das System verbindet lokale Vertretung mit verhältnismäßiger Gerechtigkeit, was gelegentlich zu einer Vergrößerung des Parlaments führt. Mit den prognostizierten 36 Sitzen wäre die CDU stärkste Kraft, gefolgt von SPD, AfD und Grünen. Die endgültigen Ergebnisse hängen jedoch von den tatsächlichen Stimmen bei der Wahlkreis- und Landeslistenabstimmung ab.






