Wasserstoff in Deutschland: Milliarden fließen – doch kaum einer will sie
Antonio KlotzWasserstoff in Deutschland: Milliarden fließen – doch kaum einer will sie
Deutschlands Vorstoß für Wasserstoff als saubere Energielösung hat erhebliche Rückschläge erlitten. Trotz beträchtlicher Fördermittel bleibt die Nachfrage schwach, und große Summen wurden nicht abgerufen. Experten stellen inzwischen infrage, ob Wasserstoff jemals eine praktikable Option für Heizungen oder den Verkehr werden wird.
Zwischen 2018 und 2025 stellte die Bundesregierung 61 Millionen Euro für Wasserstofftankstellen bereit. Doch nur 16,3 Millionen Euro wurden tatsächlich ausgegeben. Das Förderprogramm für diese Tankstellen wurde inzwischen eingestellt – sogar 9 Millionen Euro an Subventionen mussten wegen mangelnden Interesses zurückgegeben werden.
Auch die bayerische Landesregierung hatte Schwierigkeiten, ihre Wasserstoffmittel zu verteilen. Ein großer Teil des Budgets blieb ungenutzt, da sich kaum Unternehmen oder Projekte um Förderung beworben.
Auf Bundesebene konzentriert sich die Regierung nun auf ein Wasserstoff-Kernnetz. Dieses System soll vor allem industrielle Nutzer bedienen, nicht Privatverbraucher. Gleichzeitig erhielten Elektrolyseprojekte – entscheidend für die Produktion von grünem Wasserstoff – Zusagen über 120 Millionen Euro. Bis 2025 waren davon jedoch nur 4,1 Millionen Euro abgeflossen.
Bei Energieforschungszuschüssen war die Inanspruchnahme etwas besser: Über die Hälfte der bereitgestellten 142 Millionen Euro wurde beantragt. Dennoch deutet der allgemeine Trend auf geringes Interesse an Wasserstoff außerhalb der Schwerindustrie hin.
Die zögerliche Entwicklung lässt vermuten, dass Wasserstoff kaum zum Standardtreibstoff für Autos oder die Wohnraumheizung werden dürfte. Deutschland wird zudem weiterhin stark auf Importe angewiesen sein, um seinen Wasserstoffbedarf zu decken. Ohne eine stärkere Nachfrage bleibt die Zukunft von Wasserstoff im Alltag ungewiss.






