03 April 2026, 10:26

Warum Mitarbeiter Scheinaktivität statt echte Leistung priorisieren müssen

Großes Großraumbüro mit Menschen an Schreibtischen, Computern und Monitoren, umgeben von Papieren, Büchern, Kisten und Wandtafeln mit Text und Bildern unter Deckenlampen und Glasfenstern.

Warum Mitarbeiter Scheinaktivität statt echte Leistung priorisieren müssen

Eine neue Umfrage des Jobportals Indeed zeigt: Viele Arbeitnehmer fühlen sich unter Druck, beschäftigt zu wirken, statt sich auf tatsächliche Ergebnisse zu konzentrieren. Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, dass ihre Arbeitgeber Sichtbarkeit höher bewerten als messbare Leistung. Die Ergebnisse offenbaren zudem, dass Beschäftigte ungewöhnliche Strategien anwenden, um engagierter zu erscheinen – selbst auf Kosten ihrer Freizeit und ihres Gehalts.

Die Studie beleuchtet einen wachsenden Trend: Arbeitnehmer gehen immer weiter, um den Eindruck harter Arbeit zu erwecken. Fast ein Viertel verschickt bewusst E-Mails außerhalb der regulären Arbeitszeiten, um aktiv zu wirken. Andere lassen persönliche Gegenstände wie Jacken oder Taschen am Schreibtisch liegen, um Präsenz vorzutäuschen. Gleichzeitig geben 25,4 % zu, länger im Büro zu bleiben – allein weil ihr Vorgesetzter noch anwesend ist, unabhängig davon, ob noch Arbeit ansteht.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auch im Homeoffice passen Mitarbeiter ihr Verhalten an. Über ein Viertel stellt manuell den Status auf "verfügbar", aus Sorge, sonst als unproduktiv zu gelten. Trotz dieser Bemühungen vertraut nur ein Drittel der Beschäftigten darauf, dass ihre tatsächlichen Ergebnisse für sich sprechen.

Der Zwang zur Sichtbarkeit fällt in eine Zeit, in der immer mehr Unternehmen die Präsenzpflicht wieder einführen. Seit 2023 haben zahlreiche große deutsche Firmen strenge Anwesenheitsquoten eingeführt – ein Zeichen für den allgemeinen Rückzug von flexiblen Arbeitsmodellen. Doch 47,3 % der Arbeitnehmer betonen, dass kürzere Arbeitswege oder Zuschüsse für den ÖPNV die Büroarbeit deutlich attraktiver machen würden.

Die Umfrage fördert zudem einen bemerkenswerten Kompromiss zutage: Zwei Drittel der Beschäftigten würden eine Gehaltskürzung von 5 % in Kauf nehmen, wenn ihre Leistung ausschließlich an Ergebnissen und nicht an der Anwesenheitszeit gemessen würde. Dies unterstreicht eine klare Präferenz für ergebnisorientierte Bewertungen statt traditioneller Anwesenheitskontrollen.

Die Ergebnisse zeigen eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Arbeitgeber und den Prioritäten der Mitarbeiter. Während Unternehmen die Büropflicht verschärfen, legen Arbeitnehmer weiterhin mehr Wert auf Flexibilität und Leistung als auf Sichtbarkeit. Angesichts der Bereitschaft vieler, für ein faireres Bewertungssystem auf Gehalt zu verzichten, wird die Debatte über Produktivität und Präsenz voraussichtlich anhalten.

Quelle