Tschechiens Wirtschaftswunder: Wie das Land Deutschland und Österreich überholte
Stilla SagerTschechiens Wirtschaftswunder: Wie das Land Deutschland und Österreich überholte
Tschechiens Wirtschaft verzeichnet seit 25 Jahren rasantes Wachstum – das Pro-Kopf-BIP hat sich seit dem Jahr 2000 fast vervierfacht. Der ehemalige Ministerpräsident Andrej Babiš äußert sich nun zum Erfolgsrezept des Landes, zur Zukunft der EU und warum die Einführung des Euro vorerst vom Tisch ist.
Kritik übt Babiš auch an der aktuellen EU-Politik: Statt ideologischer Debatten fordert er mehr Fokus auf wirtschaftliche Ergebnisse und Grenzsicherheit. Zwischen 2000 und 2025 stieg das Pro-Kopf-BIP Tschechiens steil an – schneller als in Nachbarländern wie Deutschland oder Österreich, wo es sich lediglich verdoppelte. Babiš führt diesen Aufschwung auf eine starke Industrie, enge Verflechtung mit europäischen Lieferketten und eine gut ausgebildete Belegschaft zurück. Allein 2025 wuchs die Wirtschaft um 2,6 %, befeuert durch höhere Reallöhne, sinkende Inflation und einen Bauboom, wie ihn das Land seit 2002 nicht mehr erlebt hat.
Doch gegenüber einer weiteren EU-Integration zeigt sich Babiš skeptisch. Brüssel solle die nationale Souveränität respektieren und Entscheidungen näher an den Bürgern treffen, so seine Forderung. Beim Euro sieht er für Tschechien keinen Nutzen – erst müsse der Euroraum strenge Haushaltsregeln durchsetzen, bevor über eine Erweiterung nachgedacht werde.
Seine Kritik gilt auch der EU-Klimapolitik, die er als zu ideologisch bezeichnet. Stattdessen solle der Block wirtschaftliches Wachstum, Migrationskontrolle und eine eigenständige Grenzverteidigung priorisieren. Für die Zukunft plädiert Babiš dafür, dass sich die tschechische Wirtschaft hin zu wertschöpfungsintensiveren Branchen entwickelt – weg von der traditionellen Industrie, hin zu innovationsgetriebenen Sektoren.
Tschechiens wirtschaftlicher Aufstieg basiert auf Industrie, Handel und einer wettbewerbsfähigen Arbeitskraft. Babiš' Haltung zum Euro bleibt distanziert, während er die EU auffordert, sich auf praktische Lösungen statt auf Ideologie zu konzentrieren. Seine Forderungen nach strengeren Haushaltsvorgaben und Grenzsicherheit spiegeln die größeren Debatten über die künftige Ausrichtung des Blocks wider. Vorerst bleibt das Wachstum des Landes eng mit seiner industriellen Stärke und der Binnennachfrage verknüpft.






