06 May 2026, 14:48

TikTok-Trend "Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche Sekten-Zentren stürmen

Aufsteigen im Sektenhaus

TikTok-Trend "Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche Sekten-Zentren stürmen

„Scientology-Speedrun“: Neuer TikTok-Trend erreicht Deutschland – Jugendliche stürmen Zentren der Sekte

Ein neuer TikTok-Trend mit dem Namen Scientology-Speedrun hat Deutschland erreicht: Junge Menschen dringen in Scientology-Zentren ein und versuchen, so weit wie möglich in die Gebäude vorzudringen – als wären die Stockwerke Levels eines Videospiels. Der erste bekannte Vorfall in Deutschland ereignete sich in einer Berliner Kirche der Organisation und zog nicht nur die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich, sondern löste auch eine breite Online-Diskussion aus.

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Auslöser des Trends war ein Berliner Blogger, bekannt unter dem Namen @larahertha, der seine Follower dazu aufrief, einen Speedrun im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg zu wagen. Als die ersten Teilnehmer eintrafen, wartete bereits die Polizei. Inzwischen planen Nutzer ähnliche Aktionen an anderen prominenten Orten – darunter sogar der Bundestag.

Bei der Challenge werden Scientology-Gebäude wie Spielumgebungen behandelt, in denen Sicherheitskräfte als nicht spielbare Charaktere (NPCs) fungieren. Die Teilnehmer filmen sich dabei, wie sie sich durch gesperrte Bereiche vorarbeiten, mit dem Ziel, möglichst tief ins Innere vorzudringen, bevor sie gestoppt werden. Während die einen den Trend als harmlosen Streich abtun, sehen andere darin eine Form des Aktivismus – mit Verweis auf die langjährigen Vorwürfe der Manipulation und finanziellen Ausbeutung durch die Organisation.

Scientology hat bereits reagiert und die Sicherheit in einigen US-Niederlassungen erhöht sowie Zugangskontrollen verschärft. In Deutschland zählt die Gruppe rund 3.600 Mitglieder (Stand 2024). Ihr zentrales Anliegen bleibt die Verbreitung ihrer Lehren und die Schaffung sogenannter Clears – Menschen, die laut Scientology durch ihre Methoden „geistige Vollkommenheit“ erreicht haben sollen.

Nach deutschem Recht gilt das unbefugte Betreten von Scientology-Zentren als Hausfriedensbruch, der mit Geldstrafen oder sogar bis zu einem Jahr Haft geahndet werden kann.

Der Scientology-Speedrun-Trend zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung – im Gegenteil: Immer mehr Standorte geraten ins Visier der Teilnehmer. Behörden und die Organisation selbst beobachten die Entwicklung genau. Für die Beteiligten bleiben rechtliche Konsequenzen ein reales Risiko, denn Deutschland geht bei Hausfriedensbruch streng vor.

Quelle