30 March 2026, 10:26

Tausende protestieren in NRW gegen sexualisierte Gewalt und digitalen Missbrauch

Eine Gruppe von Menschen auf einer Straße mit einem Banner, auf dem "Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine widerstehe Feministin" steht, mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Tausende protestieren in NRW gegen sexualisierte Gewalt und digitalen Missbrauch

Tausende gingen am Wochenende in Nordrhein-Westfalen auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Allein am Samstag demonstrierten in Köln über 5.000 Menschen, gefolgt von einer Kundgebung in Bonn am Sonntag. Die Proteste fanden vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Empörung über jüngste Vorwürfe digitalen Missbrauchs in der Unterhaltungsbranche statt.

Die Demonstrationen begannen in Köln, wo sich mehr als 5.000 Menschen versammelten, um strengere Schutzmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt zu fordern. Einen Tag später füllten über 500 Protestierende den Bonner Marktplatz vor dem Alten Rathaus. Viele hielten Schilder mit prägnanten Botschaften hoch, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf Cindy Laupers Hit – und ein weiteres mit "Wir sind wütend".

Die Bonner Veranstaltung wurde von einem Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt. Redner forderten Männer auf, sich mit frauenfeindlichem Verhalten auseinanderzusetzen und mehr Verantwortung bei der Gewaltprävention zu übernehmen. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für rechtliche Verschärfungen zum Schutz von Frauen einzusetzen.

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Die Proteste folgten einem "Der Spiegel"-Bericht über die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen. Die Enthüllungen lösten eine bundesweite Debatte aus und veranlassten die Bundesregierung, neue Gesetze vorzuschlagen. Unter der Führung von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) umfassen die Reformen Verbote von Deepfake-Pornografie und "Nudify-Apps", elektronische Überwachung für gewalttätige Ex-Partner sowie verpflichtende Sozialtrainings für Täter.

Die Kundgebungen in Köln und Bonn zeigten die weitverbreitete Frustration über sexualisierte Gewalt und digitalen Missbrauch. Die von der Bundesregierung geplanten Gesetzesverschärfungen zielen nun darauf ab, diese Probleme mit härteren Strafen und präventiven Maßnahmen anzugehen. Die Organisatoren betonten, dass der öffentliche Druck so lange aufrechterhalten werde, bis konkrete Veränderungen umgesetzt seien.

Quelle