Streit um neue Bauordnung: Schnellere Genehmigungen, aber auf Kosten der Umwelt?
Stilla SagerStreit um neue Bauordnung: Schnellere Genehmigungen, aber auf Kosten der Umwelt?
Bundestag diskutiert erstmals über reformierte Bauordnung
Der Bundestag hat erstmals über einen überarbeiteten Entwurf der Bauordnung debattiert. Das Ziel der Vorlage ist es, den Wohnungsbau durch vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Abgeordnete verschiedener Parteien äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf Kosten, Umwelt und Wohnungspolitik.
Die geplante Bauordnung soll Wohnungsbauprojekte durch straffere Abläufe vorantreiben. Dazu gehören Maßnahmen zur Digitalisierung und Beschleunigung von Planungs- und Bauprozessen. Auch Umweltprüfungen und Bürgerbeteiligung sollen nach den neuen Regeln vereinfacht werden.
Kommunen erhalten mit der Reform mehr Befugnisse, um sogenannte „Schrottimmobilien“ zu bekämpfen. Bei extremen Missständen könnten sie solche Gebäude sogar enteignen. Kassem Taher Saleh von den Grünen kritisierte, der Entwurf schwäche den Umweltschutz und senke Nachhaltigkeitsstandards. Er warnte, dies könnte langfristige ökologische Ziele gefährden.
Marc Bernhard von der AfD bemängelte, die Reform senke nicht die Baukosten. Katalin Gennburg von der Linken lehnte den „Bauen, bauen, bauen“-Ansatz mit Verweis auf die Klimakrise ab. Stattdessen forderte sie Mietpreisbremse und die Umnutzung leerstehender Immobilien, um die Wohnungsnot zu lindern.
Der Entwurf der Bauordnung sieht Änderungen vor, die Bauvorhaben beschleunigen und Kommunen mehr Handlungsspielraum geben sollen. Gleichzeitig stößt er auf Widerstand wegen ökologischer und wirtschaftlicher Bedenken. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich die Prioritäten der Abgeordneten in Sachen Wohnungsbau und Nachhaltigkeit sind.
