Steinfurt diskutiert Energiekosten, Vergaberichtlinien und Schwarzarbeit im Handwerk
Bernd-Dieter RingSteinfurt diskutiert Energiekosten, Vergaberichtlinien und Schwarzarbeit im Handwerk
Lokale Handelsvertreter und Kreisbeamte trafen sich in Steinfurt zu ihrer jährlichen Zusammenkunft. Im Mittelpunkt der Gespräche standen steigende Kosten, neue Vorschriften sowie die laufende Zusammenarbeit zwischen der Handwerkskammer und der Kreisverwaltung. Landrat Dr. Martin Sommer empfing die Teilnehmer und brachte dabei führende Vertreter des Handwerkssektors an einen Tisch.
Bei dem Treffen wurden mehrere drängende Herausforderungen für Handwerksbetriebe in Steinfurt thematisiert. Die stark gestiegenen Energiekosten, verschärft durch den Konflikt im Iran, setzen lokale Unternehmen zunehmend unter Druck. Auch Lieferkettenstörungen aufgrund der Instabilität im Nahen Osten haben die Ausgaben für Materialien und Betriebsabläufe in die Höhe getrieben.
Ab dem 1. Januar 2026 treten in Nordrhein-Westfalen neue Vergaberichtlinien für öffentliche Aufträge in Kraft. Die Änderungen zielen darauf ab, Bürokratie abzubauen und mehr Flexibilität bei der Vergabe von Verträgen zu ermöglichen. Gleichzeitig betonten die Verantwortlichen, dass kleinere Auftragslose weiterhin bevorzugt werden sollten, um lokale Betriebe zu stärken.
Ein zentrales Anliegen blieb die Bekämpfung der Schwarzarbeit, die den fairen Wettbewerb untergräbt und dem Staat durch entgangene Sozialabgaben Milliardenkosten verursacht. Sowohl der Kreis als auch die Handwerkskammer vereinbarten, dieses Problem durch strengere Kontrollen und Aufklärungskampagnen weiter zu bekämpfen.
Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und die WESt warben für ihre Beratungsangebote bei Betriebsübergaben und -übernahmen. Zudem wurde die duale Berufsausbildung als verlässlicher Karriereweg für junge Menschen hervorgehoben. Dieser Ansatz sichert die Zukunft der Handwerksbetriebe, indem er einen kontinuierlichen Nachwuchs an Fachkräften garantiert.
Die Gespräche endeten mit einem positiven Fazit: Beide Seiten bekräftigten ihre vertrauensvolle und enge Partnerschaft. Die regelmäßige Abstimmung zwischen dem Kreis Steinfurt und der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf wurde als entscheidend für die Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen gelobt.
Das Treffen unterstrich die Notwendigkeit einer fortgesetzten Zusammenarbeit zwischen Kommunalverwaltung und Handwerkskammern. Die neuen Vergaberichtlinien und Unterstützungsangebote sollen die Belastungen für Unternehmen verringern, während Ausbildungsprogramme langfristige Stabilität sichern. Mit einem klaren Aktionsplan gingen Vertreter aus Politik und Handwerk auseinander, um im kommenden Jahr die Themen Energiekosten, Lieferkettenprobleme und Schwarzarbeit gezielt anzugehen.






