15 March 2026, 04:20

Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und Sammlerliebling wurde

Ein gerahmtes Plakat zum 70. Jahrestag des Kaiser-Huldigungsfests in Berlin, Deutschland, das eine Gruppe von Menschen in der Mitte zeigt, umgeben von Text und Zahlen.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und Sammlerliebling wurde

1966 stellte die DDR Steffi vor, eine Modepuppe, die speziell für Teenager entworfen wurde. Als Alternative zu westlichen Puppen wie Barbie und Petra konzipiert, entwickelte sie sich schnell zu einem kulturellen Symbol. Ihr einzigartiger Stil und ihre realistischen Proportionen hoben sie von der Konkurrenz ihrer Zeit ab.

Steffi entstand in der VEB Puppenfabrik Biggi in Waltershausen, einer Stadt mit langer Puppenbautradition. Das volkseigene Werk produzierte in den 1970er- und 1980er-Jahren jährlich zwischen 100.000 und 150.000 Steffi-Puppen, von denen viele exportiert wurden – eine wichtige Devisenquelle für die DDR.

Die Designerin Margot Schmied benannte die Puppe nach ihrer eigenen Tochter, ähnlich wie Ruth Handler es bei Barbie getan hatte. Steffis Aussehen spiegelte die Modetrends der 1960er wider: markantes Eyeliner-Make-up, knallblauer Lidschatten und eine üppige Synthetik-Tolle. Ihre Körperform war zudem reifer und natürlicher als die von Barbie und bot Mädchen damit ein anderes Schönheitsideal.

Anders als ihre westlichen Pendants wurde Steffi von Anfang an in verschiedenen Hauttönen hergestellt, was sie inklusiver machte. Nach ihrem Verschwinden aus den Läden lebte sie in Museen, Privatsammlungen und den Erinnerungen derer weiter, die mit ihr gespielt hatten.

Heute sind die originalen Steffi-Puppen begehrte Sammlerstücke. Die Preise liegen je nach Zustand, originaler Kleidung und vorhandener Verpackung zwischen 20 und 200 Euro. Die spätere Steffi LOVE, 1987 von der Simba-Dickie-Gruppe auf den Markt gebracht, teilt nur den Namen und wurde von gängigen Mädchennamen der Zeit inspiriert.

Steffi bleibt für viele, die in der DDR aufgewachsen sind, ein nostalgisches Symbol. Ihre Produktion in Waltershausen und der Exporterfolg unterstreichen ihre Bedeutung für die Spielwarenindustrie der Region. Als Sammelobjekt weckt sie bis heute das Interesse ehemaliger Besitzer und neuer Enthusiasten.

Quelle