31 May 2026, 12:20

SPD in Rheinland-Pfalz stürzt nach 35 Jahren in die Krise – und die Basis revoliert

Nach Machtverlust in Mainz: Scharfe Kritik von der SPD-Basis - Jusos: Stagnation und Versorgungslogik statt ehrlicher Selbstreflexion

SPD in Rheinland-Pfalz stürzt nach 35 Jahren in die Krise – und die Basis revoliert

SPD in Rheinland-Pfalz erleidet schwere Niederlage bei Landtagswahl

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März 2026 hat die SPD eine herbe Schlappe einstecken müssen. Nach 35 Jahren an der Regierung stürzte die Partei auf nur noch 25,9 Prozent der Stimmen ab und muss sich in der neuen schwarz-roten Koalition mit der CDU in die Juniorpartnerrolle fügen.

Die Wahl markierte einen deutlichen Absturz für die SPD, während die CDU auf 31 Prozent zulegte. Trotz des Debakels führte der abgewählte Ministerpräsident Alexander Schweitzer die Koalitionsverhandlungen und sicherte seiner Partei fünf Schlüsselressorts. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, bisherige Fraktions- und Landesvorsitzende, stieg zur Ministerin für Arbeit und Soziales auf und übernahm zudem das Amt der stellvertretenden Ministerpräsidentin.

Schweitzer übernahm anschließend die Rolle des SPD-Fraktionsvorsitzenden sowie kommissarisch den Landesparteivorsitz. Doch seine Personalentscheidungen stießen innerhalb der Partei auf Kritik. Die Jusos, der Jugendverband der SPD, veröffentlichten einen offenen Brief, in dem sie der Führung vorwarfen, die Ursachen der Niederlage zu verharmlosen, öffentliche Kritik abzutun und Personalentscheidungen zu bagatellisieren.

Die Verärgerung wuchs weiter, als die Parteispitze Forderungen nach Aufarbeitung und Erneuerung ignorierte. Johannes Brüchert, der langjährige Bürgermeister von Wöllstein, trat nach über 20 Jahren im Amt zurück – mit der Begründung, es fehle an Selbstkritik und neuem Kurs. Die Jusos warnten zudem, dass das Ignorieren der Lehren aus der Niederlage dem weiteren Schicksal der Partei schaden könnte.

Die Gegenreaktionen zeigten die Spannungen zwischen Basis und Führung der SPD. Viele Mitglieder forderten eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Wahlniederlage, doch größere Reformen blieben aus. Die SPD verfügt nun über weniger Ministerien und weniger Einfluss in der neuen Koalition. Die internen Konflikte sind ungelöst, während Kritiker auf Veränderungen drängen. Wie die Führung reagiert, wird über die Zukunftschancen der Partei bei künftigen Wahlen entscheiden.

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