14 March 2026, 12:23

Rentenreform: Warum die 1,5-Prozent-Gebühr Sparer um Zehntausende bringt

Eine Gruppe von Menschen steht auf der Straße und hält ein Schild hoch, auf dem "Kein Grund zu Feiern" steht, umgeben von Gebäuden, Laternenmasten, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Günstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition - Rentenreform: Warum die 1,5-Prozent-Gebühr Sparer um Zehntausende bringt

Ein geplanter Reformvorschlag für die staatlich geförderte Rentenversicherung in Deutschland hat eine Debatte über Gebührenobergrenzen ausgelöst. Verbraucherschützer kritisieren, dass die aktuelle Deckelung von 1,5 Prozent Finanzunternehmen begünstige und Sparer benachteilige. Mittlerweile unterstützen über 100.000 Menschen eine Petition, die strengere Kontrollen der Kosten fordert.

Der Gesetzentwurf der Regierung sieht ein standardisiertes Rentenprodukt mit einer maximalen jährlichen Gebühr von 1,5 Prozent vor. Zudem sind eine höhere Grundförderung, verbesserte Renditen durch risikoangepasste Anlagen sowie einfachere Regeln für den Anbieterwechsel vorgesehen. Doch nur 23 Prozent der potenziellen Nutzer halten die 1,5-Prozent-Gebühr für akzeptabel, wie eine Umfrage des Verbraucherportals Finanztip ergab.

Eine weitere Erhebung derselben Organisation zeigte, dass 78 Prozent der Befragten niedrige Gebühren für wichtig oder sehr wichtig erachten, um dem System beizutreten. Viele unterschätzen, wie sich Kosten über die Jahre summieren: Eine Beispielrechnung verdeutlicht, dass bei einer Gebühr von 0,5 Prozent nach 40 Jahren 338.000 Euro angespart würden – gegenüber 263.000 Euro bei 1,5 Prozent. Während 28 Prozent der Nutzer eine Obergrenze von 1 Prozent akzeptieren würden, sprechen sich 30 Prozent für eine strengere Begrenzung auf 0,5 Prozent aus.

Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, kritisierte die 1,5-Prozent-Grenze als Zugeständnis an Banken und Versicherer. Die Finanztip Stiftung setzt sich für eine Deckelung bei 0,5 Prozent ein und argumentiert, dies sei fairer für langfristige Sparer. Die Reform soll die als zu komplex und kaum genutzte Riester-Rente ersetzen, wie das Bundesfinanzministerium einräumt.

Der Erfolg der Petition unterstreicht die öffentliche Sorge über die Rentengebühren. Bei einer Obergrenze von 0,5 Prozent könnten Sparer bis zum Renteneintritt Zehntausende Euro mehr ansparen. Nun muss die Regierung in der finalen Gesetzgebung abwägen zwischen den Interessen der Branche und der Forderung nach niedrigeren Kosten.

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