08 May 2026, 00:31

Rekordzahl ausländischer Studierender – doch Betrug droht vor allem Indern

Logo der Universität Leipzig mit einem lilafarbenen und gelben Wappen mit einem regal aussehenden Drachen auf einem weißen Hintergrund.

Rekordzahl ausländischer Studierender – doch Betrug droht vor allem Indern

Die Zahl der internationalen Studierenden in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht: Im Wintersemester 2024/25 sind über 402.000 eingeschrieben. Doch zugleich wachsen die Sorgen über unseriöse Praktiken, die sich gezielt gegen diese Studierenden richten – insbesondere gegen jene aus Indien. Joybrato Mukherjee, Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), fordert nun schärfere Kontrollen für private Hochschulen und Vermittlungsagenturen.

Indische Studierende bilden mit fast 60.000 die größte Gruppe der ausländischen Lernenden in Deutschland. Viele von ihnen werden jedoch bereits vor ihrer Ankunft getäuscht. Mukherjee verweist auf ein Netzwerk sogenannter Vermittlungsagenturen in Indien, die in einer rechtlichen Grauzone operieren. Diese Unternehmen verdienen daran, Studierende nach Deutschland zu lotsen – oft an fragwürdige private Hochschulen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mukherjee kritisiert bestimmte staatlich anerkannte Universitäten und Studiengänge und stellt infrage, wie diese überhaupt akkreditiert werden konnten. Er warnt, dass die Erwartungen der Studierenden häufig enttäuscht werden, sobald sie ihr Studium beginnen. Viele Programme – besonders in Berlin – halten die im Rahmen der Anwerbung gemachten Versprechungen nicht ein.

Der DAAD-Präsident hat deutsche Hochschulen aufgefordert, die Zusammenarbeit mit solchen Agenturen vollständig zu beenden. Zudem verlangt er eine strengere Aufsicht über private Bildungseinrichtungen, wo das Risiko der Ausbeutung am größten ist. Das Problem, betont er, treffe indische Studierende überproportional, da sie in ihrer Heimat oft von skrupellosen Akteuren ins Visier genommen würden.

Angesichts der Rekordzahl internationaler Studierender in Deutschland rückt nun ihr Schutz vor irreführenden Anwerbepraktiken in den Fokus. Mukherjees Warnungen deuten auf systemische Mängel hin – sowohl in der Arbeitsweise einiger privater Hochschulen als auch in der Art und Weise, wie Agenturen die Bildungsambitionen der Studierenden ausnutzen. Die Forderung nach strengeren Regulierungen zielt darauf ab, weitere Fälle falscher Versprechungen und akademischer Enttäuschungen zu verhindern.

Quelle