25 June 2026, 04:18

RAW-Gelände in Berlin: Kulturszene kämpft gegen drohende Räumungen und Wohnungsbaupläne

Protest auf dem Ku'damm für den Erhalt der RAW-Gelände

RAW-Gelände in Berlin: Kulturszene kämpft gegen drohende Räumungen und Wohnungsbaupläne

Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines langjährigen kulturellen Zentrums, steht auf dem Spiel. Ein Streit zwischen der Kurth-Gruppe, dem Senat und dem Bezirk setzt Clubs und soziokulturelle Einrichtungen der Räumung aus.

Das RAW-Gelände begann einst als Reichsbahn-Ausbesserungswerk. Nach dem Fall der Berliner Mauer entwickelte es sich zu einem lebendigen Kulturort mit Clubs, Konzertlocations und Märkten. Heute beherbergt es zudem einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle sowie saisonale Veranstaltungen wie einen Weihnachtsmarkt und Flohmarkt.

Im Januar beantragte die Kurth-Gruppe ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren für Wohnungsneubauten. Senat und Bezirk lehnten dies Mitte Mai ab – mit Verweis auf die notwendige Balance zwischen neuem Wohnraum und dem Erhalt der historischen Hallen. Die Spannungen verschärften sich, als der Vorwurf laut wurde, die Gruppe setze die Clubs und die Kulturszene des Geländes unter Druck.

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Mittlerweile wurden ersten Mietern, darunter dem Club Cassiopeia, Räumungsklagen zugestellt. Die Räumungen könnten bereits nächste Woche beginnen. Als Reaktion demonstrierten Dutzende auf dem Kurfürstendamm unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“. Benjamin Kiepurning, Mitarbeiter des Clubs, startete eine Petition, in der er die Kurth-Gruppe auffordert, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.

Senat und Bezirk bestehen darauf, dass weitere Gespräche nötig sind, um den einzigartigen Charakter des Geländes zu bewahren. Der Ausgang des Konflikts wird entscheiden, ob das RAW-Gelände seine kulturelle Identität behält oder einer umfassenden Umgestaltung unterzogen wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen – und welche historischen Hallen erhalten bleiben.

Quelle