15 May 2026, 16:27

Pflegeversicherung vor 22-Milliarden-Loch: Wer zahlt die Zeche für Warkens Sparpläne?

Plakat mit der Aufschrift "28,2 Millionen Amerikaner warten noch auf Obamacare und bleiben unversichert" mit einem Logo unten.

Pflegeversicherung vor 22-Milliarden-Loch: Wer zahlt die Zeche für Warkens Sparpläne?

Deutschlands soziale Pflegeversicherung steht vor einem Finanzloch von 22 Milliarden Euro in den nächsten zwei Jahren. Um die Kosten zu drücken, arbeitet Gesundheitsministerin Nina Warken an einem Sparpaket – doch Kritiker warnen, dass die Pläne viele Pflegebedürftige in finanzielle Not treiben könnten.

Warken will ihre Vorschläge bis Mitte Mai vorlegen. Eine zentrale Maßnahme sieht vor, die schrittweise Erhöhung der Zuschüsse für stationäre Pflege zu verschieben. Statt einer schrittweisen Anpassung soll die maximale Kostenübernahme durch die Versicherung nach viereinhalb Jahren bei 70 Prozent gedeckelt werden. Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang schätzt, dass diese Änderung die Eigenbeteiligung der Heimbewohner im Schnitt um 161 Euro pro Monat steigern würde.

Andreas Storm, Vorstandschef der Krankenkasse DAK, lehnt die Reformen vehement ab. Er wirft Warken vor, auch die Rentenansprüche von pflegenden Angehörigen halbieren zu wollen. Aktuell zahlen Heimbewohner rund 3.200 Euro monatlich aus eigener Tasche, wobei die Zuschüsse mit der Zeit steigen. Durch die verzögerte Unterstützung müssten sie laut Storm in viereinhalb Jahren fast 20.000 Euro zusätzliche Kosten selbst tragen.

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Storm warnt, die Kürzungen würden die bestehende Pflegenotlage verschärfen und das Armutsrisiko für Langzeitpflegebedürftige weiter erhöhen. Zwar zielen die geplanten Reformen darauf ab, die finanziellen Belastungen des Systems zu verringern – doch die Last würde vor allem auf die Pflegebedürftigen und ihre Familien abgewälzt. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, träten sie in den kommenden Jahren in Kraft und beträfen Zehntausende Heimbewohner und ihre Angehörigen.

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