27 April 2026, 12:34

Neuer Roman soll Völkermord an Armeniern in Schulen thematisieren

Detailierte Karte von Anatolien und Armenien auf Papier mit begleitendem Text über die Region und ihre Bewohner.

Neuer Roman soll Völkermord an Armeniern in Schulen thematisieren

Ein neuer Roman soll den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer bringen

Im März erschien im Reclam Verlag Laura Cwiertnias Auf der Straße tragen wir andere Namen – ein Roman, der sich mit Völkermord, Überleben und Diskriminierung auseinandersetzt. Das Buch kommt zu einer Zeit, in der Pädagogen diskutieren, wie ein historisches Ereignis vermittelt werden kann, das in den Lehrplänen weitgehend fehlt.

In diesem Jahr jährt sich der Völkermord an rund 1,5 Millionen Armeniern im Osmanischen Reich zum 111. Mal. Trotz seiner Bedeutung wird das Thema im Unterricht oft ausgeklammert – wegen überfüllter Lehrpläne, fehlender Materialien und begrenzter Fachkenntnis der Lehrkräfte.

Deutschlands Rolle im Völkermord an den Armeniern unterstreicht die Forderungen nach einer Behandlung des Themas in Schulen. Eine Resolution des Bundestags aus dem Jahr 2016 forderte ausdrücklich, den Völkermord im Unterricht zu thematisieren. Dennoch vermeiden viele Lehrkräfte das Thema weiterhin, mit Verweis auf Zeitmangel und unzureichende Unterrichtsmaterialien.

Cwiertnias Roman könnte hier einen Ansatz bieten. Die Literaturwissenschaftlerin Swantje Ehlers steuerte ein Nachwort zur Ausgabe bei und positioniert den Text als Mittel, um emotionale Zugänge zu schaffen. Die Geschichte verbindet Gewalt, Migration und Identität – Themen, die auch für heutige Schülerinnen und Schüler relevant sind.

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Befürworter argumentieren, dass Literatur dort ansetzen kann, wo der Geschichtsunterricht an Grenzen stößt. Indem der Völkermord durch persönliche Erzählungen vermittelt wird, könnte der Roman helfen, sein Ausmaß und seine langfristigen Folgen begreifbar zu machen. Offene Frage bleibt, ob Schulen das Werk flächendeckend aufgreifen oder das Thema weiterhin vernachlässigen werden.

Die Bemühungen, den Völkermord an den Armeniern im Unterricht zu verankern, scheitern oft an praktischen Hindernissen: überladene Lehrpläne und unvorbereitete Lehrkräfte. Cwiertnias Roman liefert nun eine mögliche Grundlage – doch ob er genutzt wird, hängt davon ab, ob Schulen dem Thema Priorität einräumen. Angesichts der historischen Verstrickung Deutschlands in die Ereignisse wird die Debatte über seinen Platz im Unterricht kaum verstummen.

Quelle